Abschied

Hallo, Freunde!

Vielleicht hab ich heute abend ein wenig zu viel am hervorragenden thailändischen Brandy geschnuppert…………..oder vielleicht liegt es auch an den Umständen!Über die supertolle Betreuung in der Klinik des Dr.S haben wir ja schon geschrieben.Aber was mich, als begleitende Angetraute, hier so sehr bewegt hat …………und was auch meine Sine zutiefst berührt hat……. niemand, der zu dieser doch sehr schweren und folgenreichen OP hier in dieses fremde Land kommt, muss einsam sein und bleiben! Und das gilt auch für die Angehörigen…………ob´s Ehefrauen, Partner, Freunde, Eltern sind……….. niemand wird hier „links liegen gelassen“!

Hier im Hotel und dann natürlich auch in den schönen Räumen der Klinik etabliert sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das einfach nur toll ist!Wir sind nun seit fast 4 Wochen hier – nun schon „alte Hasen und weit Post-OP“, und so nach und nach reisen die Freundinnen ab, die wir hier kennengelernt haben.Vici, die Engländerin, die einen Tag vor Gesine operiert wurde und mit einem glücksstrahlende “ Outsch…..but it´s weird……I´m so happy“ wach wurde nach derOP……und die mich, obwohl sie selbst erst einen Tag post-op war, während der 6 Stunden von Gesines OP gehalten hat…………..und die uns 3 Wochen lang mit allmorgentlichen „Dilatationberichten“ beim Frühstück genervt hat (gibt´s eigentlich kein anderes Thema mehr – doch, vielleicht „Pi-Pi“ oder „Poo-Poo“)

Sie ist gestern abgereist – zurück nach UK. Als der Bus der Suporrnklinik mit ihr zum Flugplatz abfuhr, da liefen dann doch die Tränen…….. bei uns allen.Und uns fehlt jetzt der tägliche Dilationbericht, so wie anderen die Tageszeitung und der Morning Tea fehlt! Lach!

Oder die liebe Schweizerin, die mit ihrer Mutter – einer bewundernswerten Frau – hier war…….sie werden in 1 Stunde abreisen.Auch da werden wieder Tränen fliessen.Oder diese unglaublich lustige und lebhafte Amerikanerin, Renée, die uns so oft zum Lachen gebracht hat. Und die immer alles wieder in vernünftige Relationen bringen konnte.Oder die Engländerin, mit der wir so oft geredet haben.Oder die Frau aus einer Kleinstadt in the middle of the united states – you don´t know the city…… you missed nothing! Lach!

Oder…….oder………….!

Wir haben Freunde hier gefunden – wir durften Teil dieser Gemeinschaft sein.Wir werden wohl kaum jemand aus dieser Gruppe je wiedersehen. Die Lebenswege sind zu unterschiedlich, und man trifft sich halt nur an einer einzigen, wenn auch sehr bedeutsamen „Haltestelle“ auf diesem Lebensweg……….. aber für ein paar Wochen war der Halt, die Freundschaft, das gegenseitige Verständnis – etwas ganz besonderes, was wohl keine von uns je vergessen wird.Ich weiss jetzt schon …… wenn ich am Dienstag Abend hier wegfahre, werde ich weinen – voller Glück, aber auch, weil mir der Abschied schwerfallen wird!

Liebe Grüsse

Anette