Tauchen lernen bei den VSK Moorteufeln

Schon bevor ich schwimmen konnte habe ich meine Mutter damit geschockt, dass ich mich ohne jede Angst unter Wasser fort bewegte. Wie tief das Wasser war war egal, Angst bekam ich erst wenn ich an der Wasseroberfläche war.
Dann gab es irgend wann die Filme von Jaques Cousteau, der mit seiner Calypso durch die Welt reiste, und wunderbare Filme von der Welt unter Wasser drehte. Maske, Brille und Schnorchel hatte ich schon. Da fehlte ja gar nicht mehr so viel für eine komplette Ausrüstung. Aber auch dafür langte mein Taschengeld nicht, und vor allem gab es im Hochtaunuskreis niemanden, der mir bei meinem Wunsch helfen konnte.

Die Jahre vergingen, und es gab wichtigeres, was man lernen musste, Abitur, Beruf, Fliegen. Und dann kam die eigene Familie und damit mangelte es wieder an dem nötigen Kleingeld. Und vor allem fehlte es noch immer an jemandem den man zu dem Thema fragen konnte.

Doch dann änderte sich das plötzlich. Die Volkshochschule Hude bot Tauchen als Kennenlernkurs an. Jetzt wollte ich es wissen. Kinder sind aus dem Haus und vom Portemonnaie, und der Arzt hat so oder so gesagt ich müsse mehr Sport treiben. Kurz und gut meine Erfahrungen beim Schnuppertauchen könnt Ihr hier lesen: http://mupfelreisen.de/schnuppertauchen/

Als nächstes kam die gute Frage: Darf ich überhaupt tauchen? Auch hier spielte das Schicksal mir wieder in die Hand. Ausgerechnet mein Hausarzt ist begeisterter Sporttaucher und Tauchmediziner. Ok, das Ergebnis ist: Ich bin tauchtauglich, aber unsportlich. (Versteh ich nicht, ich betreibe doch schon seit Jahren „Extrem Couching“). Also verordne ich mir erst einmal selber etwas Sport in der Muckibude. Und dann steht dem Tauchen nichts mehr im Weg ausser…….. In Hude sind die Übungszeiten der Taucher Abends um 21:00 Uhr. Wie soll ich das hinbekommen? Also wurde das Thema Tauchen wieder verdrängt……

Bis meine Frau mich auf einen Artikel in der Norddeutschen des Weserkuriers aufmerksam machte.
„Schnuppertauchen im Allwetterbad in Osterholz-Scharmbeck. Am 11.Dezember.“ Ok, OHZ ist von Berne eine Weltreise inklusive Kreuzfahrt über die Weser entfernt. Aber einfach noch einmal tauchen, dafür nimmt man ja vieles auf sich. Und ein Termin an einem Sonntag das wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.
So stand ich dann an diesem Sonntag im Badeanzug und nass vom Duschen im Schwimmbad, und wurde gleich von vielen Männern freundlich begrüßt. Bevor ich aber tauchen durfte musste ich erst einmal ein Formular ausfüllen, in dem mein Gesundheitszustand abgefragt wurde. Sollte ich da eine Frage mit Ja beantworten dürfte ich nicht tauchen, es sei denn ein Arzt sagt etwas anderes.
Nun hatte ich aber meine Brille in der Umkleide gelassen. Unter einer Tauchmaske hätte die ja eh nur gestört. Aber lesen ohne Brille ist ziemlich hoffnungslos für mich. Also bat ich den jungen Mann mit dem Formular doch bitte die Frage vorzulesen. Gleich die erste Frage: „Sind sie schwanger?“ .
Ich konnte diese Frage beruhigt verneinen, und mich dann auch noch für das Kompliment bedanken, dass er mich noch für so jung hält.
Ich konnte dann das Verfahren mit einem Hinweis auf mein gültiges Tauchtauglichkeitszeugnis abkürzen.
Dann bekam ich Schwimmflossen, eine Tauchmaske, setzte mich damit an den Beckenrand und bekam dann auch noch so ein Tauchgerät angeschnallt. Und dann ging es irgendwie mehr oder weniger unelegant ins Wasser. Da schwamm ich dann an der Wasseroberfläche und ein älterer Herr erklärte mir, was als nächstes kommt, dass ich keine Angst zu haben brauche und er alles mit dem Gerät macht, damit ich sicher unter aber auch wieder über Wasser komme.
Und tatsächlich bin ich dann da ein paar Runden durch das Sprungbecken des Schwimmbads getaucht, und diesmal kam keine Panik bei mir auf.
Gefühlte 5 Minuten später war ich wieder aus dem Wasser. Bei den Gesprächen danach erfuhr ich was bei einem Tauchkurs an Kosten auf mich zukommt, und wann und wo die Ausbildung stattfindet.

Und da kam die große Überraschung. Die Ausbildung findet nicht in Osterholz statt, sondern Sonntag Nachmittags in Schwanewede. Ideal.
Ich hab mich dann gleich angemeldet und hatte auch ruckzuck Antwort von den VSK Moorteufeln mit Informationen, wann und wo der Kurs beginnt. Ende Januar bin ich dann das erste Mal im Schwimmbad in Schwanewede. Draußen herrscht Frost, aber hier im Schwimmbad ist es angenehm warm. Im Wasser tummeln sich ein paar Kinder und bei der Bademeisterkabine sitzen ein paar Erwachsene beim gemütlichen Klönschnack. Ich kam mir so ein wenig hilflos vor, wie es denn nun weitergeht.
Irgend wann waren die Kinder aus dem Wasser, und eine junge Frau aus der Kaffeerunde meinte sie würde jetzt duschen, und die anderen könnten schon mal ins Wasser sich warm schwimmen.
Das war jetzt etwas für mich. Nicht umsonst war ich im Schwimmteam der Harry Ells Highschool……….
Ich merke schnell, dass das 45 Jahre her ist. Nach der zweiten Bahn schnaufe ich wie ein altes Dampfschiff und ich bewege mich auch nur noch wie so ein alter Schaufelraddampfer der ersten Generation.
Dann wurden die Schwimmflossen, Tauchermaske und Schnorchel, die ABC-Ausrüstung wie ich inzwischen gelernt hatte, angelegt, und das Bahnenschwimmen ging weiter. Dann wurden die Bahnen durch Abtauchübungen unterbrochen. Erst einmal pro Bahn senkrecht bis zum Grund und wieder nach oben, später dann zweimal, dreimal. Dann Streckentauchen und und und. Man muss der jungen Frau lassen, sie schonte sich selbst auch nicht und machte alle Übungen mit und passte gleichzeitig noch auf uns Anfänger, den Tag waren wir glaube ich zu dritt, auf.
Überhaupt lag schon jetzt beim Training ein Hauptaugenmerk darauf, dass man gegenseitig auf sich aufpasst. Beim Streckentauchen z.B. schwamm immer einer an der Oberfläche und begleitete den Taucher um im Notfall sofort eingreifen zu können.
Ich denke ich hatte mich ganz wacker geschlagen. Allerdings war ich am nächsten Morgen so kaputt, dass ich jeden einzelnen Muskel an seinem individuellen Schmerz erkennen konnte.
So ging es weiter. Jeden Sonntag Training, nur das die Übungen von mal zu mal einfacher wurden.
Am 19. Februar begann dann die Ausbildung zum VDST * Brevet (Im Klartext: Zum Ein Stern Tauchschein der Vereinigung Deutscher Sporttaucher).
Im Vorraum des Hallenbades in Schwanewede fand der Unterricht statt.
Ein Zeitschalter schaltete die Beleuchtung immer wieder aus, alle die ins Schwimmbad wollten, besonders die Jugendgruppe des Vereins, aber auch Wildfremde liefen durch die Halle, Präsentationen des Lehrinhalts waren offensichtlich nicht mit dem Betriebssystem des Laptops kompatibel, und auch waren die Folien wohl nicht verkehrt, aber doch nicht unbedingt unbedingt ein Abglanz dessen, was heute im Tauchsport normal ist.
Diese ganzen Problemchen wurden aber ausgeglichen durch die hohe Fachkompetenz und die Freundlichkeit der Lehrer.
Sie schafften es, dass auch bei der trockensten Theorie noch viel gelacht werden konnte, und wenn jemand etwas nicht verstand, so bemühten sich alle so lange das Problem zu klären, bis alle es verstanden hatten.
Der praktische Teil der Ausbildung kam dann im Anschluss an die Theorie. Also von 13:00 bis 15:00 Theorie, von 15:00 bis 17:00 Praxis.
Enttäuschung pur. Im Praxisteil machten wir das gleiche, wie in den Wochen vorher bei Training. Bahnenschwimmen mit und ohne ABC-Ausrüstung, abtauchen, Streckentauchen usw. nur diesmal gezielt auf uns Anfänger abgestimmt. und immer wieder: „Ihr müsst auf Euch gegenseitig aufpassen!!!!!“
Nach dem dritten oder vierten Sonntag endlich das erste Mal, dass wir mit Gerät tauchen sollten.
Theoretisch wussten wir ja inzwischen woraus so ein Tauchgerät besteht. Jacket (eine Weste an der man die Druckluftflaschen befestigt), der Druckluftflasche, und zwei Druckreglern , die je aus einer ersten und zweiten Stufe bestehen, einem Finimeter und einem Schlauch zum Inflator des Jackets.
Soweit zur Theorie. In der Praxis gibt es aber doch hunderte von Möglichkeiten diese paar Teile verkehrt miteinander zu verbinden. Aber auch hier zeigte sich wieder wie geduldig unsere Tauchlehrer waren. Irgend wann hatten wir es alle geschafft, die Geräte zusammen zu bauen, und dann auch anzulegen. Und dann musste jeder von uns den Anderen erklären wie sein Tauchgerät funktioniert. Mit dem Gewicht des PTG auf dem Rücken war das schon ganz schön anstrengend.
Dann endlich ging es mit einem Sprung ins Wasser. Eleganz ist etwas anderes, aber wir haben es alle geschafft im Wasser zu landen und auch unsere Ausrüstung zu behalten. So trieben wir dann wie die Michelin-Männchen an der Oberfläche des Schwimmbeckens. Der Beckenboden wurde angehoben und dann machten wir unsere ersten Tauchübungen mit Gerät im Stehen an der Wasseroberfläche.
Das Gesicht ohne Maske ins Wasser halten, durch den Mund aus dem Atemregler einatmen, und durch die Nase wieder aus… Mit Maske und Atemregler in die Hocke gehen bis der Kopf gut unter Wasser ist. Dann die Maske abnehmen und wieder aufsetzen und das Wasser mit Luft durch die Nase aus der Maske blasen. … Den Atemregler unter Wasser aus dem Mund nehmen und wieder in den Mund nehmen, ohne dabei Wasser zu schlucken.
Übungen, bei denen wir uns am Anfang noch fürchterlich angestellt haben, die aber wie ich inzwischen weiss immer und immer wieder wiederholt wurden, damit man unter Wasser jederzeit weiss, falls man z. B. die Maske verliert, wie man sich dann helfen kann.
Nachdem wir das so einiger Maßen beherrschten wurde der Boden des Beckens wieder abgesenkt, und wir durften allein experimentieren wie wir so unter Wasser zurecht kommen…. Im Prinzip ja recht gut, aber warum schwimme ich mal an der Oberfläche und mal mit dem Bauch am Boden? Nur der Platz dazwischen mag mich nicht so besonders.

Die nächsten Ausbildungstage gab es noch mehr solcher Übungen. Atmen aus dem Atemregler des Partners, Wechselatmung, langsames Aufsteigen und noch vieles mehr.
Natürlich mussten dazu alle Ausrüstungsgegenstände erst von Osterholz nach Schwanewede gebracht werden, und nach dem Training wieder nach Osterholz zurück, zum trocknen aufgehängt und die Pressluftflaschen wieder gefüllt werden. Ein Manöver, das wir freundschaftlich unter einander aufteilten, und ich rechne es meinen Mitschülern hoch an, dass sie mir diese Pflicht wegen der Distanz Berne Osterholz erließen.
Irgend wann war es dann so weit, dass wir den theoretischen Unterricht abgeschlossen hatten und auch bei den Geräteübungen so weit waren, dass wir im Schwimmbad nicht mehr viel Neues lernen konnten. Es folgte die Prüfung. Wir alle haben die schriftliche Prüfung bestanden. Anschließend gingen wir wider ins Schwimmbecken. Diesmal aber alle im Neoprenanzug.
Der Anzug ist dafür gedacht uns vor der Kälte des Wassers zu schützen. Im Hallenbad aber war es so schon angenehm warm, und auch das Wasser hatte eine Temperatur von 26-27 Grad. In dem Anzug kam ich mir vor wie in einer Sauna. Ich erledigte alle Übungen ohne Probleme, war aber am Ende völlig ausgelaugt.
Aber ab jetzt durften wir auch ins freie Gewässer. Unsere Tauchlehrer waren davon überzeugt, dass wir nicht beim ersten Tauchgang im Grienenberg See ertrinken würden.

Der Grienenberg See ist eine Baggerkuhle bei Uthlede, die beim Bau der Autobahn zwischen Bremen und Bremerhaven entstanden ist. Der Zugang zu dem See ist beschränkt, aber einige Tauchclubs aus Bremen und Umgebung haben das Recht dort zu Tauchen. Auch die VSK Moorteufel dürfen es.
So fuhr ich denn am Vatertag erst nach Osterholz um meine Ausrüstung zu holen, und dann zum Grienenberg See. Bei den Autos haben wir uns ausgerüstet und sind dann zum See gelaufen…ähm..gegangen, denn mit den rund 30 Kg, die die komplette Ausrüstung wiegt laufe ich nicht!!!!.
„Es lächelt der See, er ladet zum Bade“ aber es badet niemand. Ich frage mich, was es wohl an diesem Teich unter Wasser zu sehen gibt. Über Wasser ist er ja ganz nett, aber unspektakulär. Trotzdem freue ich mich ins Wasser zu kommen, denn in dem dicken Anzug wird es mir schon wieder zu warm.
Nach dem üblichen Vorstellen der eigenen Ausrüstung geht es dann endlich los, wir tauchen ab. Ich merke, wie das Wasser in meinen Anzug strömt. Es ist kalt, aber bevor ich friere ist es innerhalb des Anzugs schon wieder angenehm angewärmt.
Vor uns taucht ein ein Treppengeländer auf. Ohne Treppe, einfach so in den Seeboden betoniert. Ein paar Tannenbäume, an denen man noch das Lametta zu erkennen glaubt, und dann ein Motorboot, in dem man auf den ersten Blick eine Frau liegen sieht. Der Tauchlehrer leuchtet noch mit einer Lampe in das Boot um mir etwas zu zeigen, aber ich sehe nur die Schaufensterpuppe. Hinterher sagte er mir, dass er mir irgend welche Fische zeigen wollte. Dann kamen wir zu einer Plattform. Eine Art Badeinsel oder Sonnenterrasse aber halt fünf Meter unter Wasser. Hier wieder Übungen. Maske abnehmen und wieder Aufsetzen. Atemregler aus dem Mund nehmen, weg werfen wieder einfangen, in den Mund nehmen und weiter Atmen. Immer wieder diese Übungen, die uns genug Sicherheit geben sollen, dass wir nicht in Panik geraten unter Wasser, sonder überlegt und vernünftig auf Geübtes zurück greifen können.
Nach einer halben Stunde waren wir wieder an der Oberfläche und gingen aus dem Wasser, versorgten unsere Ausrüstung, machten eine kurze Nachbesprechung und ich konnte den ersten Tauchgang mit 31 Minuten und 11m maximaler Tiefe in mein Taucherlogbuch eintragen.

Der nächste Tauchgang sollte dann drei Tage später stattfinden. Leider bekam ich an dem Tag Ohrenschmerzen, und wenn ich eins während des theoretischen Unterrichts gelernt habe, dann dass man nicht mit Ohrenschmerzen taucht. Also habe ich gleich einen Termin bei einem HNO-Arzt gemacht. Zum Glück konnte der mich beruhigen, sodass ich Pfingsten dann mit zum Ausbildungswochenende am Kreidesee in Hemmoor fahren konnte.
Am Freitagnachmittag fuhr ich mit dem Wohnmobil nach Hemmoor.
Wie nicht anders zu erwarten waren die Straßen an diesem Freitag rammel-voll. Auf dem Weg klingelte am laufenden Band das Smartfone. Die neuesten Standortmeldungen der anderen Schüler trafen ein. Es ergab sich, dass wir alle etwa zur gleichen Zeit in Hemmoor eintreffen würden. Ich versuchte mich an der Rezeption des Campigplatzes anzumelden, das klappte aber nicht, weil der Drucker defekt war. Also musste ich so auf den Platz fahren. Auf meine Frage, wo denn die VSK Moorteufel stecken bekam ich nur ein Schulterzucken zurück. Also kurvte ich auf gut Glück auf den Platz, stellte mein Wohnmobil auf einen Platz am Rand des Geländes und schickte eine Whatsapp Nachricht mit der Frage „Wo steckt Ihr?“ Die Antwort war sehr aufschlussreich „Hier“.

Also begann ich zu suchen. Ich hatte Glück. Keine 50m von meinem Womo rief mich schon einer der Tauchlehrer.
Die hatten bereits aus mehreren Wohnwagen und großen Zelten eine regelrechte Wagenburg aufgebaut.
Als erstes erfuhr ich, dass heute nicht mehr getaucht würde (schade), sondern erst einmal die Zelte eingerichtet werden würden. Eins war der Speisesaal, das Andere die Materialkammer und Küche. Hier deponierten wir alle unsere Ausrüstung und auch die gefüllten Druckluftflaschen wurden hier gelagert.
Zum Abendessen gab es Gulaschsuppe und dann gab es noch ein geselliges Zusammensitzen bis spät in die Nacht.Es gab auch etwas zu feiern. Einer der Gast-Tauchlehrer konnte seinen 1111 Tuchgang feiern, und ließ einen edlen Obstler fließen. Jemand anders rauchte Schischa und es wurde viel erzählt und Tauchergarn gesponnen.
Müde und voller Erwartung, was der nächste Tag bringen würde verschwand ich in mein Bett.

Am nächsten Morgen regnete es in Strömen, und es war lausig kalt. Nicht das Wetter was man sich wünscht, wenn man Camping macht. Aber auch hier zeigte sich die Erfahrung der Tauchlehrer. Das Speisezelt wurde mit einer Gebläseheizung auf Temperatur gebracht, und in dem anderen Zelt stand bereits die Pfanne auf dem Gasbrenner und einer der Tauchlehrer war dabei dreißig Eier zu verrühren um sie dann in der Pfanne zu braten. Jemand hatte auch schon Brötchen geholt und so konnte der Tag zumindest mit einem schönen Frühstück beginnen. Und wie es sich gehört verschwanden mit den letzten Bissen des Frühstücks auch die Wolken und wir konnten uns für den ersten Tauchgang des Tages vorbereiten.
Ich hatte ja schon Angst, dass wir alle die ganze Strecke von der Wagenburg bis zum Einstieg zum See mit der vollen Ausrüstung würden laufen müssen. Doch auch hier ein Hoch auf unsere Ausbilder. Die hatten ein Quad und einen Anhänger mitgebracht, und transportierten damit den schwersten Teil der Ausrüstung bis kurz vor den Einstieg. Dort legten wir das Tauchgerät an und schon ging es nach der obligatorischen Einweisung und dem Buddycheck ab ins Wasser. Wir hatten das Glück schon sehr früh dort zu sein, denn noch war das Wasser schön klar und jede Menge Fische begleiteten uns auf Weg unter Wasser. Irgend jemand hatte tatsächlich den Weg hier unter Wasser gepflastert. So war die Orientierung sehr einfach. Immer den Weg entlang. Wir kamen an zwei bunt bemalten Säulen vorbei. Als ich mit meinem Blick den Säulen in Richtung Oberfläche folgte sah ich, dass ich gerade durch ein großes chinesisches Tor tauchte. Ein Stückchen weiter lag ein versunkenes Segel bot, um das wir herum tauchten, und dann kam mal wieder eine Plattform auf der wir einen Teil der Prüfung ablegten. Zum Erstaunen aller mussten wir hier die Maske abnehmen, aufsetzen und ausblasen, sowie den Atemregler wegwerfen und wiederangeln.
Dann ging es wieder an Land, die Geräte in den Anhäger und zurück zu den Zelten, wo zunächst die Ausrüstung versorgt wurde und die Tauchanzüge zum Trocknen aufgehängt wurde. Dann Buchführung und Debriefing also die Besprechung wie der Tauchgang verlaufen ist, sowohl aus meiner Sicht, wie auch aus Sicht des Tauchlehrers.
Dann Mittagessen, ein Nickerchen und nachmittags ging es wieder ins Wasser für den nächsten Tauchgang. Wieder Übungen unter Wasser aber diesmal auch eine Übung an der Wasseroberfläche. Mindestens 10 Minuten mussten wir an der Oberfläche mit der ganzen Ausrüstung zurück zum Ufer schwimmen. Um den andren Tauchern an Land, und auch der Aufsicht der Tauchbasis zu signalisieen, dass wir nur üben mussten wir dabei immer wieder das OK Zeichen geben. Sonst wäre wohl ganz schnell ein (kostenpflichtiges?) Boot bei uns gewesen um uns zu retten.

Der Abend klang wieder sehr Harmonisch mit viel Klöhnschnack aus.

Der nächste Morgen begann wie der vorhergehende. Regen bis nach dem üppigen Frühstück, dann klar machen für den nächsten Tauchgang.

Tauchen bis zu dem Wrack einer Segeljacht, und dann kontrollierter Aufstieg unter Wechselatmung. Im Schwimmbad hatte das wunderbar geklappt. Hier ging es hoffnungslos schief. Es klappte nichts und schließlich brachen die Tauchlehrer die Übung ab.
Es war schon enttäuschend, die andere Tauchschüler kamen zurück und hatten mit dem Tauchgang die Prüfung bestanden, nur mein Buddy und ich hatten versagt und hatten eigentlich wenig Hoffnung, dass wir heute noch den Kursus abschließen können würden.
Aber wir hatten ja noch den Nachmittag für einen erneuten Versuch.
Mittagessen, Nickerchen und dann ging es wieder ins Wasser.
Und diesmal klappte es.

Wir kamen aus dem Wasser und am Ufer stand ein Kontrolleur der Tauchbasis und wollte von mir meinen Namen wissen, welches Brevet ich besitze und wie tief ich getaucht sei. Namen und Tiefe konnte ich beantworten, und beim Brevet sprang mein Tauchlehrer in die Bresche „Sie hat ab jetzt den 1 Stern“ .

Der Rückweg zum Zelt war wesentlich leichter als der Hinweg. Da müssen so einige Kilo an Steinen von meinem Herzen gefallen sein.

Wieder zurück bei den Zelten stellte ich fest, dass meine Frau mit den Hunden nachgekommen war. Ich erledigte noch schnell die Buchführung und das Debriefing und aufräumen, und dann ging ich mit Frau und Hunden spazieren. Ich musste ihr doch zeigen, wo ich die letzten Tage so meine Zeit verbracht habe, immer mit dem Wunsch, ihr zu zeigen, was ich so toll finde an dem Sport.
Pünktlich zum Abendessen waren wir wieder zurück. „Wo wart Ihr denn? Wir haben versucht Euch zu erreichen. Jetzt habt Ihr die Taufe verpasst.“

Schieet, aber was solls, da mich Neptun ja schon bei der Äquatortaufe in sein Reich aufgenommen hatte wäre es wohl nicht weiter tragisch wenn ich ohne Taufe tauchen ginge.

Aber denkste. Drücken gilt nicht. Abends vor der gemütlichen Runde wurde ich heraus geholt, ich musste mich mit aufgesetzter Maske niederknien und einen etwas seltsamen Schnorchel in den Mund nehmen. Der Tauchlehrer sprach ein paar Worte, darüber, dass wir in Neptuns Reich eindringen, und dann kippte er etwas in den Schnorchel, was sehr viel Ähnlichkeit mit dem Wasser aus einem Tümpel hatte. Darüber, wie das schmeckte schweig ich hier lieber.

Am nächsten Morgen musste ich leider abreisen. Die Anderen genossen noch dem Pfingsmontag mit dem einen oder anderen Tauchgang ohne Prüfungsdruck. Ich aber war eigentlich froh jetzt meinen schmerzenden Gliedern etwas Ruhe zu gönnen.
Ich bin sicher, dass ich in Zukunft noch so einige Zeit unter Wasser zubringen werde.


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