Island Juni 2012

04. Juni 2012

Mein Arbeitgeber hat mich f├╝r drei Tage nach Island auf eine Konferenz geschickt. Allerdings nicht nach Reykjavik sondern nach Sellfoss, etwa 50 Km von der Hauptstadt entfernt.
Vom Flughafen in Keflavik gibt es regelm├Ą├čige Busverbindungen nach Reykjavik. Aber da mein Flug erst Abends um 21:00 Uhr in Keflavik ankommen sollte, war es mir zu unsicher, ob ich dann von Reykjavik auch noch einen Bus nach Sellfoss finden w├╝rde.
Deshalb habe ich schon von Deutschland aus ein Mietauto in Island gebucht. 115 ÔéČ incl. aller Kilometer und Vollkaskoversicherung ohne SB f├╝r drei Tage war wesentlich g├╝nstiger als eine Taxifahrt von Keflavik nach Sellfoss.

Die ├ťbernahme des Wagens war v├Âllig problemlos. 17 km hatte der kleine Toyota bis dahin auf dem Tacho. Ich war offensichtlich der erste Mieter des Wagens. Ich machte mich also auf den Weg nach Sellfoss.

Trotz der sp├Ąten Uhrzeit (22:30) brauchte ich noch meine Sonnenbrille auf dem ersten Teilst├╝ck┬á der Fahrt.

Dank der Stra├čenkarte die ich von der Vermietung bekommen hatte, wusste ich, dass ich zun├Ąchst nach Reykjavik fahren muss, bis ich auf die Stra├če 1 treffe, der ich dann bis Sellfoss folgen kann. Man sollte wissen, dass die 1 einmal rund um Island f├╝hrt. Im Prinzip ist es deshalb egal, in welche Richtung man die 1 bef├Ąhrt, irgendwann wird man in Sellfoss ankommen. Aber da ich mich allm├Ąhlich nach einem Bett sehnte, nahm ich die k├╝rzere Strecke und folgte der 1 in Richtung S├╝den. Was mir unangenehm auffiel, war dass Sellfoss, obwohl von der Einwohnerzahl her nicht ganz unbedeutend, f├╝r die Ausschilderung nicht sehr wichtig war. Nirgendwo fand ich auf dem Weg einen Wegweiser Richtung Sellfoss, was einen doch sehr verunsichern kann.

 

Mein Toyota ist ja wirklich nur ein Kleinwagen. Was das heisst sah ich hinter diesem Monstertruck. Der auf dem Bild war der erste der Sorte die ich in Island sah, aber selten sind die hier wirklich nicht.
Meine Autovermietung wies mich aber extra darauf hin, dass man f├╝r das Befahren von Hochlandstra├čen spezielle Autos ben├Âtigt, da es dort durchaus vorkommen kann dass eine Stra├če pl├Âtzlich nicht ├╝ber, sondern durch einen Fluss f├╝hrt. Aber in den drei Tagen die ich in Island Zeit hatte kam das f├╝r mich ja eh nicht in Frage.
Zu den Verkehrsregeln ist nicht viel zu sagen, was nicht auch logisch ist. Man sollte halt wissen, dass die H├Âchstgeschwindigkeit in St├Ądten wie bei uns 50 km/h ist, auf Landstra├čen 80km/h und wenn sie asphaltiert sind 90 km/h. Licht an beim Fahren ist Pflicht, auch wenn man das bei dem auch sp├Ąt nachts noch herrschenden Lichtverh├Ąltnissen schnell mal vergisst.

Auf meinem Weg wurde es dann kurze Zeit sp├Ąter doch d├Ąmmrig. Nicht weil die Sonne untergegangen war, sondern weil dicke Wolken sich 0├╝ber die Berge schoben.

Was hier auf dem Foto wie schlechtes Wetter aussieht, ist nicht tiefliegender Nebel, sondern meine erste Begegnung mit Islands unterirdischem Heizungskeller. Dampf aus hei├čen Quellen, den man immer wieder irgendwo aufsteigen sieht.

Nach gut einer Stunde Fahrt hatte ich dann mein Quartier in Sellfoss erreicht und im Hotel Sellfoss einge─çhecked.

Eines der Highlights der Konferenz war der Vortrag eines Polizisten ├╝ber Katastophenschutz-Ma├čnahmen in Island. Auf Island muss man immer mit┬á dem Ausbruch eines Vulkans rechnen. Einige davon sind schon ├╝berf├Ąllig, leider k├╝ndigt sich so ein Ausbruch nicht immer vorher durch Erdbeben oder ├Ąhnliches an. Wenn so ein Vulkan auch noch ausgerechnet unter einem Gletscher ausbricht, schmelzen innerhalb k├╝rzester Zeit Unmengen von Eis, und str├Âmen als gewaltige Flutwell zu Tal. Das Gebiet wohin das Wasser voraussichtlich flie├čt ist zwar nicht sehr dicht bev├Âlkert, aber trotzdem bleibt das Problem, dass nur 8 Mann Polizei 1000 Einwohner und ungez├Ąhlte Touristen binnen 30 Minuten evakuieren m├╝ssen.