Bohuslan

20.09.07

Heute begann der Tag mit Sonnenschein, wenig Wind und einer Panne: Majas Leine zerriss, was nicht mehr reparierbar, und so wurde der Spaziergang mit zwei Hunden, den einen nur an einem langen Tau, f√ľr Gesine doch ziemlich „fesselnd“, w√§hrend ich im Womo in aller Ruhe geduscht habe!

Doch beim Fr√ľhst√ľck fiel uns ein, dass wir ja einen Tierladen im Einkaufszentrum A6 gesehen haben – und das liegt heute direkt am Weg!
Also sind wir da noch einmal hingefahren, haben eine neue Hundeleine besorgt, und auch gleich den täglichen Lebensmitteleinkauf im COOP erledigt.
Danach ging¬īs auf Strecke: √ľber Falk√∂ping, Trollh√§ttan am V√§nernsee, nach Uddevalla . Beeindruckend war die Fahrt vor allem durch den landschaftlichen Wechsel: tiefe W√§lder , dann wieder weite, sanfte H√ľgel mit Getreidefeldern, Viehweiden …. sehr abwechselungsreich, und auch hier sind die Strassen sehr gut, und jedes Dorf bietet Tankstellen und Einkaufsm√∂glichkeiten!

 Bohuslan empfängt uns mit Sonnenschein und 15 Grad Рnicht schlecht!

Am späten Nachmittag kommen wir dann auf dem

CP „Hafsten Swecamp Resort“ an.

Zuerst ein bisschen entt√§uschend, so irgendwie nicht am Wasser, kein Blick, und die Tussi an der Rezeption weiss noch nicht mal, ob das Restaurant am Platz am Sonntag ge√∂ffnet sein wird ….. naja, aber wir haben keine Lust, weiter zu suchen, und es ist schon ganz sch√∂n schwierig, Mitte September in diser Gegend √ľberhaupt noch einen ge√∂ffneten CP zu finden.
Bleiben wir erst mal hier !

Wir d√ľrfen dann loswandern und uns einen Platz aussuchen – und finden gaaaaanz oben einen Stellplatz mit grandioser Aussicht auf die Sch√§ren und die Insel Orust – irgendwie scheinen wir auf dieser Reise dauernd auf Inseln zu schauen!

Jedenfalls sind wir zufrieden, vor allem, weil direkt hinter dem Womo der Wald mit endlosen Spazierwegen beginnt, was f√ľr uns und unsere Hunde ideal ist.
Der Wald bietet sowohl kleine, wenig befahrene Strassen , unter anderem einen sch√∂nen Rundweg, der einen durch eine kleine Feienhaussiedlung zur√ľck zum Strand und zum CP f√ľhrt, wie auch weite Wanderwege durch den herrlichen Wald.

Trotzdem werden wir morgen mal sehen, ob wir einen CP mit Restaurant finden – denn Gesine hat ja am Sonntag Geburtstag, und da wollen wir abends sch√∂n essen gehen, und danach bestimmt nicht mehr weit Auto fahren m√ľssen!

21.09.07

Geweckt werden wir durch lauten Trommelwirbel – es pladdert wie verr√ľckt!
Also geniessen wir nicht nur den ersten , sondern auch den zweiten Tee im Bett, und als wir dann so gegen 9.30 mit den Hunden rausgehen, hat der Regen aufgehört, und die Sonne kommt gelegentlich durch.
Heute wollen wir ein wenig die s√ľdlich von unserem Standort gelegenen Inseln erkunden, und so fahren wir √ľber eine Br√ľcke auf die Insel Orust.
Die Ausblicke auf die Buchten und Sch√§ren ist immer wieder beeindruckend – der tief dunkelgr√ľne Wald, die dunkelgrauen Felsen, und dazwischen das leuchtend blaue Wasser, im Sonnenschein glitzernd ….. uns verschl√§gt es die Sprache, wir fahren schweigend weiter, es ist wundersch√∂n hier !
Was uns allerdings erstaunt: man sieht keine Botte oder Segelyachten auf dem Wasser, und die Marinas wirken alle wie ausgestorben – nur wenige Boote liegen an den zahlreichen Anlegern.
√úber Henan, ein kleines „Nest “ mit Yachthafen und Marina, fahren wir nach Westen, Richtung Skagerrak, nach H√§lleviksstrand und dem √Ėrtchen Stocken. Der CP hat zwar ge√∂ffnet, wirkt aber trostlos und ungem√ľtlich. Er liegt zwischen grossen Felsformationen an einer kleinen Bucht, einem entz√ľckenden Fischerdorf gegen√ľber, aber er gef√§llt uns einfach nicht.

Im Dörfchen haben wir den Eindruck, die einzigen Menschen dort zu sein. Zwar stehen einige Autos im Hafen , aber kein Mensch weit und breit Рkein offenes Geschäft, nichts! Winterlicher Tiefschlaf, oder so !

Wir spazieren √ľber die Mole, betrachten die kleinen Boote dort, bewundern die Quallen, die unter dem Steg durchtreiben, und geniessen einige Sonnenstrahlen, die sich zwischen den rasch ziehenden Wolken hervorwagen.

Hier an der relativ ungesch√ľtzten Westk√ľste ist die Vegetation nicht mehr so √ľppig, grosser , rundliche Felsformationen bestimmen das Landschaftsbild.
Nun gondeln wir langsam weiter, nach S√ľden, auf die Insel Tj√∂rn, wo wir mitten in der „Pampa“, einen ganz tollen Supermarkt entdecken, wo wir uns f√ľr den Tag mit Lebensmitteln eindecken.

Dann besichtigen wir einen CP, der direkt am Hakefjord liegt, unter der grossen Br√ľcke, die Myggen√§s mit Stenungsund verbindet – puh, der ist nun wirklich trostlos – nichts wie weg!
Inzwischen regnet es wieder sehr, die Scheibenwischer kommen kaum noch dagegen an, trotzdem fahren wir √ľber die Br√ľcke, durch einen Tunnel, und wieder √ľber eine Br√ľcke nach Stenungsund, wo wir beim Touri-B√ľro Erkundigungen zu ge√∂ffneten CPs mit „Restaurang“ einholen, und auch weitere Infos √ľber diese sch√∂ne Gegend erhoffen.
So richtig informativ sind die da nicht, irgendwie unlustig, und sie sprechen auch sehr schlecht englisch – schon komisch, da sprechen soooo viele Schweden gut englisch, und ausgerechnet in der Touri-Info sitzen zwei Damen, die keinerlei Fremdsprachen beherrschen!
Ein Prospekt f√ľhrt uns dann zum Aquarellmuseum in Sk√§rham, auf der Insel Tj√∂rn, das leider geschlossen hat.
So langsam haben wir vom Wetter die Schn….. voll und beschliessen, wieder auf unseren CP zu fahren und zu faulenzen.
Auf der Heimfahrt entdecken wir weit ab von St√§dtchen oder D√∂rfchen ein Schuhgesch√§ft, doch auch da gibt es leider keine Damenschuhe Gr√∂sse 43 f√ľr Gesine, aber die Besitzerin des Ladens ist sehr, sehr freundlich und sucht ihr ganzes Angebot durch – leider eben ohne Erfolg!
Es ist schon ganz schön schwer, auf so grossem Fuss zu leben!
Ein Schlachter in einem Bauerhofladen abseits der Strasse bietet hervorragende Wurst, und so ist das morgige Fr√ľhst√ľck auch „gerettet“!
Es gibt in Schweden viele solche Bauernläden, die hervorragende Qualität anbieten !

Naja, lassen wir es pladdern, und kuscheln uns mit den Wuffels im Womo ein!
Da der Wind den Regen an die Beifahrerseite treibt, haben wir auf der anderen Seite zumindest den sch√∂nen Ausblick √ľber die Sch√§ren ohne Regentropfen auf der Scheibe!

22.09.07

Die freundliche Dame an der CP-Rezeption teilt uns leider mit, dass das Restaurant am CP am Sonntag geschlossen hat, doch sie meint, ein bisschen weiter s√ľdlich an der Hauptstrasse g√§be es ein Restaurant, das auch Sonntags abends offen sein .
Also – nichts wie hin und das mal anschauen !
Ein Take-away mit angeschlossener Pizzeria – nicht gerade das, was wir f√ľr ein Geburtstagsessen suchen!
Noch einmal fahren wir dabei an Henan vorbei, der Inselhauptstadt, und beschliessen, dort mal ein wenig herumzulaufen und die Restaurants und die Touri-Info anzuschauen.
Dabei finden wir auf dem Dorfplatz einen winzigen Bauernmarkt, der neben Filztaschen und -m√ľtzen auch Fladenbrot, Wurst, ger√§uchertes Lammfilet und viele verschiedene Marmeladen und S√§fte anbietet.
Nat√ľrlich muss ich die Marmeladen probieren, und die orangefarbene „Mor√∂ter med flederbloomsap “ ist so lecker, dass ich nicht widerstehen kann. Ich vermute da was sehr exotisches drin – vielleicht Kumquats oder so, bis mir Gesine die Aufschrift erkl√§rt : Mohrr√ľben mit Fliederbl√ľtensaft ! Ups!

Ins √∂rtliche Fischgesch√§ft wollen wir nat√ľrlich auch – und wie wir so an der Eingangst√ľr ankommen, h√§lt doch prompt ein freundlich l√§chelnder Herr meiner Sine die T√ľr auf!
F√ľr sie war das das erste mal ! Sie hat sich so gefreut!

Nun wollen wir nach Lysekil, weit draussen in den Sch√§ren, und fahren gem√ľtlich nach Nordwesten.
Es herrscht recht reger Verkehr, viele Leute wollen wohl zu ihren Ferienhäusern, man sieht es am Gepäck.
An einer Kreuzung entdecken wir einen Flohmarkt – einen „Kofferraumflohmarkt“, wo wegen des wechselnden Wetters eben alles aus dem Kofferraum heraus verkauft wird. Nat√ľrlich m√ľssen wir dort erst mal anhalten und bummeln!
F√ľr ein paar Cent erstehe ich kleine Suppenl√∂ffel, da mir unsere im Womo zu gross sind, und eine sch√∂ne Mostflasche, die unsere Bar schm√ľcken wird.

Mit einer kostenlosen Fähre gelangten wir dann auf die Halbinsel von Lysekil.

Juma geniesst die Fährfahrt Рda darf sie nämlich mit auf dem Fahrersitz sitzen!

In Lysekil fanden wir auch sofort einen Parkplatz im Hafen und bummelten in die nur wenige Gehminuten entfernte Innenstadt.
Leider schien auch hier das an und f√ľr sich h√ľbsche St√§dtchen wie ausgestorben! Die Gesch√§fte an der Strandpromenade waren entweder geschlossen, oder f√ľr die off-saison zu Billig-Ramschl√§den umfunktioniert, Caf√©s und Restaurants alle dicht, und in der Fussg√§ngerzone nur wenige Menschen, obwohl die Sonne schien ! Das meiste Leben brachte der Wind, der gelbe Bl√§tter durch die Gassen wirbelte!
Im Hafen nichts los, der Fischladen geschlossen ! Und Sonntags geöffente Restaurants gibt es hier auch nicht!
So langsam kommt Frust bei uns auf!

Der September ist eben doch nicht so ganz die richtige Reisezeit f√ľr diesen Teil Schwedens !

Also versuchten wir unser „Gl√ľck“ noch mal in dem weiter √∂stlich gelegenen Munkedal, das jedoch ebenfalls wie ausgestorben wirkte.
Also sind wir zur√ľck zum CP, haben dort ¬īnen Kaffee und schwedischen Mandeltorte genossen und uns dar√ľber gefreut, dass das schwedische Geb√§ck und die Torten sehr schmackhaft und nicht so s√ľss sind!
Ein langer Hundespaziergang durch den Wald – und danach beoachten wir fasziniert, wie viele Leute auf dem CP Pilze suchen !

Wir hatten uns ja schon feine Pilze aus dem Wald mitgebracht!

Mal sehen, ob wir morgen noch irgendwie einen Tip wegen eines Restaurants bekommen!

23.09.07

Gesines Geburtstag!

Zum Fr√ľhst√ľck gibt es ein feines Omelett mit frischen Waldpilzen , ger√§ucherten Lachs, Garnelen und ein tolles Fladenbrot.
Die Sonne scheint, es ist mit 16 Grad recht warm, und windstill!

Danach haben wir noch mal mit dem M√§del an der Rezeption wegen eines guten Restaurants gesprochen, und sie meinte, in Uddevalla w√§ren einige wenige Restaurants Sonntags abends ge√∂ffnet, sie wisse, dass zwar ihr Lieblingsrestaurant schon um 19 Uhr schliesst, der Thai gegen√ľber jedoch l√§nger offen habe.

Also sind wir nach Uddevalla gefahren, wo wir freudig √ľberrascht entdeckten, dass das Lieblingsrestaurant der CP-Dame bis 20 Uhr ge√∂ffnet hat, und das reicht uns ja !
Wir haben vorsichtshalber dann doch noch in den drei grossen Hotels der Stadt nachgefragt, ob deren Restaurants ge√∂ffnet seien, doch man sagte uns in den Hotels, sie h√§tten gar keine Restaurants dabei, ihre G√§ste m√ľssten bis auf das Fr√ľhst√ľck ausw√§rts essen. Ich frag mich bloss, wo ! Bei Mc……… oder wie?
Den Bummel durch¬īs sonnt√§glich ausgestorbene Uddevalla, wo nur ein paar Jugendliche in der Fussg√§ngerzone auf ihren Skateboards rumtobten, haben wir gleich wieder aufgegeben, und sind in das grosse Einkaufszentrum „Torp“ nahe der Autobahn, wo reges Leben herrschte und alle Gesch√§fte ge√∂ffnet hatten!
Am sp√§ten Nachmittag haben wir uns dann fein gemacht und sind in die Stadt, ins Restaurant „Kvarterskrogen“ in Uddevalla.
Nettes Ambiente, gute Bedienung, angenehm leise Musik – mal sehen, wie das Essen so wird!

Einfach nur klasse!

Und f√ľr dieses „f√ľrstliche“ Essen haben wir incl. 1/2 l Wein und Mineralwasser und Trinkgeld 800 SEK, umgerechnet 87 Euro bezahlt!
Da kann man nun wirklich nicht meckern!

 

 

 

 

 

Der Versuch, auf dem CP beim CP-Besitzer, der ein Weingut in Frankreich hat, noch eine Flasche Wein zu kaufen, schlug fehl , trotz aller meiner √úberredungsk√ľnste r√ľckte er wegen des gesetzlichen Verbots keine Flasche raus!

Bei Kerzenlicht und einem schwedischen Bierchen klang dann der Abend im Womo aus!

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