Zoutkamp Juni ’10

21. Juni 2010, ein Montag ……

…..und wir haben tatsächlich und dank der Hilfe unserer Tochter bis Donnerstag nachmittag frei!
Das Wetter ist wundervoll, und so beschliessen wir,  auf unseren Lieblingsplatz Camping de Rousant in Zoutkamp  nördlich von Groningen zu fahren.

Da wir erst gegen Mittag weg kommen und kurz vor Groningen noch in einem Supermarkt einkaufen, sind wir erst am Nachmittag auf „unserem“ Platz und machen es uns im Wohnmobil gemĂĽtlich.

Gegen Abend eröffnen wir die Bar – fĂĽr mich kleine Frau ein „Tauchgang“ –  geniessen dann chinesische KĂĽche vom Feinsten, und sitzen noch bis in die späten Nachtstunden am Fenster und bewundern die schöne Aussicht………….

 

 

 

 

…….bis wir mĂĽde, aber zufrieden zu Bett gehen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Dienstag wollen wir die Seehundestation in Pieterburen besuchen.
Wir waren ja schon oft da, uns gefällt diese informative und schön aufgebaute Station immer wieder gut.
Wir wussten ja, dass Juni/Juli  „Heulerzeit“ ist, aber wir ahnten ja nicht, wie viele kleine verwaiste Seehunde  dort „aufgepäppelt“ werden mĂĽssen!

Der Seehundrettungswagen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Station wurden seit Anfang dieses Jahres bereits mehr als 250 Seehunde stationär aufgenommen, und allein seit Mitte des Monats sind ĂĽber 60 kleine Heuler „angekommen“, die natĂĽrlich liebevoll verpflegt werden.

FĂĽr die ersten Tage mĂĽssen sie in kleinen Gruppen  in Quarantäne leben. In dieser Zeit leben sie  „auf dem Trockenen“, die Wasserbecken in den Räumen sind leer, und

Gitter verhindern, dass die Kleinen in die leeren Bassins fallen.

Die Besucher können durch grosse Glasscheiben die „FĂĽtterung der Raubtiere“ beobachten. Die kleinsten bekommen in den ersten Tagen „Fischpap“, also  zu Brei pĂĽrrierte Heringe, durch einen Trichter und eine Magensonde  (Schlauch) direkt in den Magen.

Danach lernen sie nach und nach, ganze Heringe zu fressen. Das sieht zwar seltsam aus – kleines Seehundmaul, grosser Hering, doch in der freien Natur wĂĽrden sie die Heringe ja auch nicht filetiert bekommen!

Auch wenn der Tierarzt kommt und die Seehunde untersucht, können die Besucher durch die Glasscheiben zugucken.

Die Pfleger und Pflegerinnen tragen alle sterile Overalls, HaartĂĽcher und Mundschutz, sowie Handschuhe und Gummistiefen. Die Kleidung wird nach jeder Quarantänestation gewechselt, die Stiefel bleiben im jeweiligen Raum  – ist wohl die Grösse „fits all sizes“!
Viel, viel Arbeit – um so erstaunlicher die Ruhe und Freundlichkeit, mit der die Pfleger ihrer Arbeit nachgehen! Da wird noch mal gekuschelt, nochmal liebevoll ein Mäulchen abgeputzt ….. man spĂĽrt, dass diese Menschen ihre Arbeit gerne machen!

NatĂĽrlich kann man auch erwachsene Seehunde hier beobachten, die sich  geniesserisch draussen sonnen oder im Wasser herumtoben – dabei kann man sie gut durch Glasscheiben beobachten!

Hoppla, der war schneller als ich!

 

 

 

 

 

 

Aber irgendwie zieht es uns immer wieder zu den kleinen Heulern hin.

Und so langsam reift ein Gedanke – wir könnten uns doch mit einer Patenschaft oder ähnlichen an der Aufzucht der Kleinen zumindest finanziell beteiligen!
Also machen wir uns „schlau“, und eine freundliche junge Dame erklärt uns, wir könnten gerne eine Teilpatenschaft ĂĽbernehmen, und wir dĂĽrfen uns sogar den Seehund aussuchen, an dessen Aufzucht wir beteiligt sein wollen.

Ich habe schon einen kleinen „Liebling“ – er hat einen dunkelgrauen Fleck auf der Stirn, ist der frechste in seiner Gruppe, und hat eben drei gaaaaaaaanz grosse Heringe verdrĂĽckt!

Nun heisst es: warten, denn es ist ja gerade FĂĽtterungszeit und die Pfleger haben alle Hände voll zu tun, aber bald wird uns jemand die notwendigen Unterlagen bringen und unseren „Obulus“ kassieren!

Kein Problem, wir langweilen uns ja nicht, wir haben ja viel zu gucken.

Und wie wir da noch so rumgehen und die Tiere und die Pfleger beobachten ……..fällt plötzlich eine Entscheidung ohne Worte ….. wir gucken uns nur an, nicken uns zu, und gehen wieder zu der netten jungen Dame am Empfang:

„Wir werden eine volle Adoption ĂĽbernehmen!“

Und da gerade gestern einige neue kleine Heuler eingetroffen sind, ist auch fĂĽr uns ein Seehundkind dabei!

Wir taufen den kleinen Jungen  „Ansin“  –   so wie Anette und Gesine.

Juchhuuu – wir sind Mamas geworden!

(Ansin ist der dunkle in der Mitte)

Ab jetzt dĂĽrfen wir ihn jederzeit besuchen   ( natĂĽrlich alles „hinter Glas“, wir können jederzeit fragen, wie es ihm geht, und im Spätsommer dĂĽrfen wir  mit hinaus  fahren, wenn Ansin wieder  in die weite Nordsee freigelassen wird – denn da gehört er hin!

Nun, das gehört ja nun gefeiert – wir beide fahren nach Lauwersoog in den Fischereihafen,  kaufen im Fischgeschäft noch ein, und holen uns im Supermarkt noch eine Flasche Prosecco!

Abends gibt es  dann:
Heringstartar mit Gurken- und ApfelwĂĽrfel und Dill
frische hausgemachte Fischsuppe mit 4 verschiedenen Fischsorten und Krabben
frische Melone

Am Mittwoch ist das Wetter noch schöner, es wird warm, und so machen wir vormittags erst mal einen Bummel durch das hübsche Städtchen Dokkum
Dort ist Wochenmarkt, der uns natĂĽrlich „magisch“ anzieht.
Mit Stoffen und  einem Rock, einem Top, frischen Erdbeeren, frischen Kirschen und Keksen beladen kommen wir zum Wohnmobil zurĂĽck, wo unsere Hunde zufrieden auf uns gewartet haben – zufrieden, weil das Womo schön im Schatten stand und es innen drin angenehm kĂĽhl ist!

Dokkum hat beim Sportpark einen ausgeschilderten Wohnmobilstellplatz, nur 5 Fussminuten vom Stadtkern entfernt.

Die Fahrt durch die schöne Landschaft entlang der Lauwersee ist ein Genuss.

 

  • BlĂĽhender Raps auf der einen Seite, kleine Seen und Wald auf der anderen ......

Hier in Lauwersoog im Hafen direkt bei der Polizei wurde ein  ausgeschilderter Wohnmobilstellplatz eingerichtet – nicht sehr schön und sehr eng, aber natĂĽrlich mit  einem tollen Blick auf die Schleuse und die Boote darin!
(auf dem Bild dort, wo die PKWs  vor dem Backsteingebäude stehen – die Schleuse ist links ausserhalb des Bildrandes )

Zurück in Zoutkamp, sind wir dann erst noch mal ins Städtchen, weil wir ja auch noch etwas zum Abendessen kaufen mussten.

Vorbei an der Schleuse zum Yachthafen …….. und natĂĽrlich ist mal wieder die BrĂĽcke ĂĽber der grossen Schleuse geöffnet und wir mĂĽssen warten!

Im Yachthafen von Zoutkamp, der direkt am Lauwersmeer liegt, gibt es 10 Stellplätze für Wohnmobile, direkt am Wasser!

Hier ein Link dazu!

Im Städtchen macht sich natĂĽrlich auch die Fussballbegeisterung bemerkbar! Ganz StrassenzĂĽge sind mit den Landesfarben und mit „oranje“ geschmĂĽckt!

einkaufen, sind wir erst am Nachmittag auf „unserem“ Platz und machen es uns im Wohnmobil gemĂĽtlich.

 

Gegen Abend eröffnen wir die Bar – fĂĽr mich kleine Frau ein

ZurĂĽck auf dem CP, ĂĽberlegt sich Gesine, ob sie schwimmen geht, doch das Wasser sieht zwar klar aus, aber der Grund ist schlammig, und schon beim  Hineinwaten wirbelt man Schlamm auf ….. also nicht schwimmen!

Statt dessen faulenzen wir noch mit den hier ausnahmsweise mal nicht angeleinten Hunden  auf dem schattigen Rasen zwischen Womo und Bootsanleger.

Hier dĂĽrfen die Hunde frei laufen – zum einen, weil der CP fast leer ist und wir hier, wo wir stehen, ganz allein sind – zum anderen, weil die zwei Hunde des CP-Besitzers auch frei herumlaufen dĂĽrfen ……und ab und zu auch die Hängebauchschweine und die Ziegen………!

 

 

 

 

 

 

Am Donnerstag ist unser Kurzurlaub leider schon wieder vorbei …….
doch auf der RĂĽckfahrt entdecken wir noch eine entzĂĽckende kleine WindmĂĽhle, die als Sägewerk arbeitet…….

……und Carmen in Delfzijl – Torro mit Rettungsring!

 

 

 

 

 

Es war wieder eine schöne, wenn auch viel zu kurze Reise in ein wunderschönes Land, in dem man immer wieder Neues und Schönes entdecken kann!