MeckPomm 02

Reisebericht MeckPomm 11.01.02 – 21.01.02.02

Wir sind am Freitag, dem 11.01.02, von Berne losgefahren, bei kaltem windigen Wetter mit bedecktem Himmel.Wir sind ohne Stop durchgefahren bis nach GrevesmĂŒhlen, das etwa 35 km östlich von LĂŒbeck liegt. Ein nettes kleines StĂ€dtchen, gerade das Richtige fĂŒr uns zum Einkaufen und einmal FĂŒsse vertreten.

Der Campingplatz liegt etwa 5 Meter ĂŒber dem Strand

Dann sind wir weiter nach Zierow auf den dortigen Campingplatz, der direkt an der Wismar-Bucht liegt. Eigentlich sehr idyllisch, aber im Sommer bestimmt sehr voll, und eine direkt auf dem Platz gelegene Disco und ein Restaurant mit Biergarten werden wÀhrend der Saison auch nicht zu einer ungestörten Nachtruhe beitragen!

Wenn man direkt am Platzrand steht, hat man – vorausgesetzt, das Wetter lĂ€sst es zu – einen sehr schönen Blick ĂŒber die Bucht und kann viele Wasservögel, vor allem SchwĂ€ne beobachten. Der Strand ist nicht sehr breit, teilweise steinig, und sehr lang, und ein Teil des Strandes in der NĂ€he des Waldes ist fĂŒr Hund und Herrchen reserviert. Leider ist der Platz teuer: 17 Euro pro Nacht incl. Strom, und fĂŒr Ent- und Versorgung zahlt man noch mal 2 Euro extra!

Am 12.01. wollten wir eigentlich nach Wismar, doch haben wir uns vorsorglich direkt hinter Zierow in einem Supermarkt mit Lebensmitteln fĂŒrÂŽs Wochenende versorgt. Dabei fiel uns dann der erste wesentliche Unterschied zwischen West und Ost auf: jeder Supermarkt hat seinen eigenen Orion-Shop. Da muss nach der „Wende“ ja ein gehöriger Nachholbedarf gewesen sein!

Wismar haben wir dann ohne Stop durchfahren – keine Lust auf Stadt!
(Stellplatz am Hafen fĂŒr Womos, ausgeschildert)

KĂŒhlungsborn hieß unsere nĂ€chste Station auf der Reise … weil ich unbedingt mal eine SeebrĂŒcke sehen wollte! Doch der Wind war kalt und unangenehm, und so haben wir uns das hĂŒbsch renovierte Touri-StĂ€dtchen nur aus dem Wagen angeschaut.
(ausgeschilderter, gebĂŒhrenpflichtiger Stellplatz am Parkplatz „SeebrĂŒcke“ mit Ver- und Entsorgung, geeignet fĂŒr Stadtbummel und Übernachtung).

Weiter ĂŒber kleine und kleinste LandstrĂ€ĂŸchen. Die großen Land- und Bundesstassen sind hervorragend ausgebaut, vor allem sehr gut „ausgeblitzt“, also Vorsicht mit der Geschwindigkeit! Wir werden auch so ein nettes Erinnerungsfoto bekommen, fĂŒrchte ich! Die kleineren Nebenstrassen rĂŒtteln das Womo oft ganz gehörig durch, und wenn man dann im Schrittempo jede Gabel in der Schublade einzeln hören kann, und die KleiderbĂŒgel sehr musikalisch werden, kommt einem das Schild „Vorsicht, spielende Kinder! Bitte 30 km/h“ wirklich wie Hohn vor! Ausserdem steht man dann in einer ganz engen Strasse ohne Wendemöglichkeit plötzlich vor einer vorsintflutlichen BrĂŒcke, sehr gut geeignet fĂŒr Trabbis etc, aber leider nur 2 Meter breit! Also im RĂŒckwĂ€rtsgang zurĂŒck … wer Womo fĂ€hrt, kennt den Spass ja!
(5 km östlich von KĂŒhlungsborn, in BĂŒrgerende ,gibt es StellplĂ€tze mit Ver- und Entsorgung)

AuffĂ€llig ist fĂŒr uns Flachland-NordseekĂŒstenbewohner, dass die Landschaft eher dem Westerwald als einer KĂŒstenregion Ă€hnelt. Sanfte HĂŒgel, WĂ€lder und oft kurvige Strassen passen so gar nicht in unser Bild einer norddeutschen KĂŒste! Auch fehlen die windschiefen, von tausend StĂŒrmen in eine Richtung gebogenen BĂ€ume,

BĂŒsche und Hecken, die man bei uns, in Holland und auch in der Bretagne ĂŒberall findet! Endlose Felder begleiten das Womo ĂŒber die HĂŒgel, ĂŒberall blinken kleine und grössere Seen im Sonnenlicht, und sehr vereinzelt trifft man auf riesige Bauernhöfe.

WarnemĂŒnde war unser nĂ€chstes Ziel. Wilfried war einmal kurz nach der Wende geschĂ€ftlich dort, und fand das StĂ€dtchen grau, lieblos und kalt. Nun gefiel es uns sehr gut. Tadellos renoviert, lebhaft und selbst an einem Wintersamstag voller Menschen. Die alten, kleinen HansehĂ€user am Hafen sind frisch gestrichen, die WintergĂ€rten, die jedes Haus zur Wasserseite hin hat, sind in Boutiquen, SchmucklĂ€den und Restaurants umgewandelt, und auf der gegenĂŒberliegenden Hafenseite „brummt“ ein gut besuchter, sehr guter Fischmarkt!

Der Fisch ist nicht zu teuer ( 1 kg frischer Lachs 7,50 Euro), und die QualitĂ€t und Frische ist einmalig! Ein hervorragender Obststand bietet Obst und GemĂŒse, sowie SanddornsĂ€fte und -marmeladen, die sehr gut schmecken!
Wir haben uns gerÀucherten Dorschrogen und -leber, eine dortige SpezialitÀt, mitgenommen, und sind heute noch am TrÀumen vom Geschmack dieser Köstlichkeiten!
In den Gassen der Stadt findet man Plauener Spitze, Meissner Porzellan, und sehr schönen Bernsteinschmuck – und natĂŒrlich maritime Andenken der Sorte „Taiwan-Import“, doch diesen geschmacklosen Krimskrams muss man ja nicht kaufen! Sehenswert und liebenswert.
(Campingplatz in Markgrafenheide, 10 Euro incl. Ver- und Entsorgung – Nebensaisonpreis. Ist bequem mit der FĂ€hre hinter dem Bahnhof in WarnemĂŒnde zu erreichen)

Nach dem Bummel sind wir dann Richtung Rostock, weiter ĂŒber Ribnitz-Damgarten, und dann links ab ĂŒber Fischland auf den Darß. Fischland ist ein ganz schmaler Streifen Land zwischen der Ostsee ( die hier von einem fĂŒr uns Nordseedeichanwohner lĂ€cherlichen Deichlein gebĂ€ndigt wird) und dem Saaler Bodden. Irgendwie hat man hier nie das GefĂŒhl, am Meer zu sein. Selbst die Ostsee sieht bei ruhigem, etwas nebeligen Wetter doch sehr wie ein Ententeich aus, und durch die Bodden kann man wohl durchwaten! (fĂŒr Womos gekennzeichneter Stellplatz sĂŒdlich von Barnstorf bei Wustrow, an einem der StrandĂŒbergĂ€nge)

Hinter Althagen fÀhrt man dann durch dunkle WÀlder.Hinweisschilder warnen vor Wildschweinen,Rehen und Àhnlichen Tieren, und ein Schild faszinierte uns ganz besonders. Wilfried interpretierte es so: 70 WildunfÀlle zwischen 18 und 6 Uhr!

Wir haben uns fĂŒr den Campingplatz „Regenbogen-Resort“ in Prerow entschieden, der sehr gute StellplĂ€tze fĂŒr Womos und gute, im Preis von 12 Euro inbegriffene Ent- und Versorgung bietet …… das „aber“ kommt erst viel spĂ€ter, nĂ€mlich auf der RĂŒckreise bei einem weiteren Besuch im Regenbogen-Resort! Lest mal weiter! Jedenfalls war die Rezeption bei unserer Ankunft geschlossen, doch ein Zettel an der TĂŒr nannte eine Telefonnummer, unter der sich ein netter junger Mann meldete, der nach dem Anruf auch sofort kam, gegen Quittung kassierte, und uns hilfsbereit alles zeigte: Stellplatz, Entsorgungsplatz, Toiletten- und Waschhaus, StromanschlĂŒsse – also wirklich erfrischend freundlich Jedenfalls ist der Platz schön, nah am Strand, allerdings liegt auch hier wieder die berechtigte Vermutung nahe, dass in der Saison hier viel zu viel los ist fĂŒr unseren Geschmack. Der Strand ist endlos lang, sandig, und sehr breit. Ideal fĂŒr uns, um mit dem Hund lange spazieren zu gehen, und so beschlossen wir, den Sonntag ĂŒber zu bleiben.

  • Das "Bernstein-fieber" erfaßt wirklich jeden

Sonntag haben wir dann erst mal den Darß und die nĂ€here Umgebung ergrĂŒndet. Zingst liegt im tiefsten Winterschlaf, nur ein paar GeschĂ€fte haben geöffnet. Eine seltsame kleine Stadt, deren Strand an der Ostsee und der nur wenige Meter entfernte Hafen am Bodden liegt ! (gebĂŒhrenpflichtiger Stellplatz an StrandĂŒbergang 6, mit Ver- und Entsorgung. Nahe beim Supermarkt, doch direkt neben einem PKW-Parkplatz, also wohl tagsĂŒber laut im Sommer)
Wieck ist ein winziges Dorf, jedes Haus entweder ein Hotel oder eine Pension .Das Boot der DGzRS ist bis auf einen schmalen Streifen freies Wasser eingefroren, Winterpause! Auch der Bodden ist zugefroren, die Enten und SchwĂ€ne watscheln mit kalten FĂŒssen ĂŒberÂŽs Eis! (Ortsausgang Wieck Rtg. Prerow steht ein Schild an einem Privathaus „Womos willkommen“. Stellplatz?)

Mittags sind wir zurĂŒck auf unseren Platz, haben uns warm eingepackt, und sind an den Strand. Wilfried wollte unbedingt den Liegeplatz des Seenotrettungskreuzers im Nothafen am Darßer Ort sehen, also sind wir losmarschiert. Die wenigen Menschen am Strand gingen alle sehr gebĂŒckt, buddelten im Seetang rum, und schienen alle irgendetwas zu suchen ! Und dann hat es uns erwischt : das Bernsteinfieber! Zuerst fanden wir nur kleine und kleinste StĂŒcke, doch auf einmal stubst Wilfried einen Haufen Seetang um, der bestimmt schon tausend mal an diesem Wochenende durchgebuddelt wurde …. und findet meinen Bernstein.

Gut daumennagel- gross, und fĂŒr mich der schönste Bernstein ĂŒberhaupt! Doch Erfolg heizt das Bernsteinfieber nur noch an, und so sind wir ĂŒber 3 Stunden am Strand geblieben, sehr zur Freude unseres Hundes!

Am Montag, den 14.01.02, sind wir nach einem ausgiebigen FrĂŒhstĂŒck und einem Einkauf in Barth nach RĂŒgen gefahren, eine sehr schöne Tour durch eine reizvolle Landschaft, immer wieder Blick auf Ostsee oder Bodden. Gegen Mittag kam dann die Sonne raus, und dann wurde es natĂŒrlich noch schöner! Bei der Wittower FĂ€hre konnten wir neben der neuen FĂ€hre noch die Fahrrad- und Trabbigerechte alte FĂ€hre bewundern, die still vor sich hin rostet!

In Dranske haben wir dann noch ein bisschen einkaufen wollen, doch das Einkaufszentrum liegt eingezwĂ€ngt zwischen grauen Plattenbauten der schlimmsten Sorte, und ist eine Mischung aus Aldi und Billigstladen – nee danke, weg hier!

  • Die alte FĂ€hre, zu klein fĂŒr Womos, daneben der neue FĂ€hranleger

Dranske-Nonnewitz hat ebenfalls ein Regenbogen-Resort, doch leider saisonbedingt geschlossen.
(Der Parkplatz davor eignet sich gut als Stellplatz)
Man erreicht den Strand durch den Wald, und ist dann ĂŒberrascht, wenn man plötzlich eine steile Treppe hinunter geht und am Strand steht! Der Strand ist wunderschön, lang und breit, teils sandig, teils steinig, und Wilfried fand gleich einen gut faustgrossen versteinerten Seeigel!

Wir haben in Dranske auf dem Campingplatz ĂŒbernachtet. Der Besitzer hat mit viel Bastlertalent fĂŒr gute Entsorgungsmöglichkeiten gesorgt, ist sehr freundlich und hilfsbereit, nimmt nur 12,50 Euro und der Platz bietet einen schönen Blick auf Hiddensee – allerdings nicht bei Nebel, und so sahen wir nur grau in grau mit ein paar SchwĂ€nen – die sind zu Tausenden allgegenwĂ€rtig! Der dortige Strand ist etwa handtuchbreit und reizlos. Der Platz ist wohl auch nur off-saison zu gebrauchen, im Sommer ist er bestimmt zu laut und zu voll!

15.01.01

– heute wĂ€re meine im vergangenen FrĂŒhjahr gestorbene Mutter 74 Jahre alt geworden! Wir sind bei Nebel losgefahren und wollten uns Kap Arkona anschauen. Zwei km vor Arkona, in Putgarten, sind riesige ParkplĂ€tze, und weiter kommt man mit dem Auto auch nicht. ParkplatzgebĂŒhr 1 Euro pro Stunde ist nicht ganz ohne – und Kap Arkona im Nebel ist wohl ganz ohne ….also sind wir weggefahren Richtung Sassnitz.

Schon bald kam nun die Sonne durch, Schnee lag auf Wiesen, DĂ€chern und Wegen, Rauhreif glitzerte an den BĂ€umen , und es war wunderschön! Über die „Schaabe“ nach Glowe, und von dort nach Stubbenkammer. Bei Glowe gibt es einen herrlichen KĂ€seladen, der selbstgemachten KĂ€se anbietet! Nicht verpassen!

Wir wollten uns ja die vielberĂŒhmten Kreidefelsen anschauen, und suchten nun nach einem Weg dahin. Geht nicht, jedenfalls nicht mit dem Auto. Grosse ParkplĂ€tze mit grossen Preisen laden nicht gerade zum Verweilen ein, vor allem, wenn sie wegen Schnee und Eis schlecht befahrbar sind, und die dann folgenden Wanderwege so glatt sind, dass wir verzichtet haben … bitte keinen Beinbruch! Selbst Hund Teddy verlor den Halt, und alle vier Pfoten rutschten in unterschiedliche Richtungen davon ….neee danke!

  • Die Fahrt durch die Stubbenkammer....

Aber die Fahrt durch das Naturschutzgebiet Stubbenkammer im Winter ist mĂ€rchenhaft. Man kommt sich mal wieder vor, als wĂ€re man fern der See, im Mittelgebirge … wo bitte, kann man hier Skier leihen?

Wenn man aus dem Wald herauskommt und nach Sassnitz hinunter fĂ€hrt, staunt man nicht schlecht ĂŒber den Unterschied zwischen Mittelgebirgslandschaft zum einen und einem fast italienisch anmutenden TouristenstĂ€dtchen an einer steilen KĂŒste zum anderen! Sassnitz soll eine schöne Stadt mit einer reizvollen Altstadt sein……wir haben nur Umleitungen erlebt, und dadurch besagte Altstadt wohl völlig verpasst!

Im verschlafenen Hafen haben wir uns noch mit frischem Dorsch eingedeckt, und sind dann weiter an der KĂŒste entlang bis nach Baabe. Auffallend sind die wunderschön renovierten alten HĂ€user mit den filigranen, mehrstöckigen Balkonen davor, die fast wie ZuckerbĂ€ckerei aussehen und perfekt zu Rauhreif und Wintersonnenschein passen!

So wie der Wald der Stubbenkammer

Auch die Neubauten passen sich sehr gut dem Stil an, und die Strassen in den Kurorten sind liebevoll zum Bummeln und Flanieren gestaltet. Das ist zwar nicht immer womo-freundlich, aber mit viel GeschlÀngel und fahrerischem Geschick meines Mannes durchaus zu bewÀltigen.

erscheinen auch die HĂ€user in Baabe und Sellin

in filligranem Weiss.

Leider hatte der Campingplatz in Baabe , der eigentlich ideal mitten im Ort an der Strandpromenade liegt, ganz nah an Restaurants und LĂ€den, geschlossen, und so sind wir kurzentschlossen ĂŒber Bergen quer durch RĂŒgen auf die Insel Ummanz, doch haben wir zuerst vorsichtshalber beim Campingplatz dort angerufen …. er hat tatsĂ€chlich geöffnet! Der Platz liegt sehr schön, mitten im Naturschutzgebiet auf der fast unbewohnten Insel, die im FrĂŒhling und im Herbst viele Vogelliebhaber anzieht, da dann Kraniche dort Halt machen auf ihren langen Reisen! Der Strand ist noch nicht mal handtuchbreit – man muss das Handtuch schon querlegen! -, und bietet einen schönen Blick auf Hiddensee. Es ist ruhig, still und einsam hier, und fĂŒr Erholungssuchende und Piepmatzspezialisten bestimmt ideal! Ein herrlicher winterlicher Sonnenuntergang ĂŒber Hiddensee schliesst unseren Tag ab, und wir kuscheln uns fĂŒr die eiskalte Nacht ein.

Leider sind uns die Abwasserleitungen trotz offenen Tanks eingefroren! Zwischen Badezimmer und Tank lÀuft nix mehr!

Am folgenden Tag sind wir weiter nach Usedom gefahren. Zinnowitz war unser Ziel, und der dortige Campingplatz liegt direkt am Strand, mitten im Wald. GerĂ€umt waren die Wege ja, aber nicht gestreut, und uppsss…. gingÂŽs auf einmal den HĂŒgel rĂŒckwĂ€rts wieder hinunter, und das im ersten Gang! Ein Womo ist eben kein GelĂ€ndewagen ! Wir haben uns dann auf Anraten des Platzwartes auf einen Stellplatz im Schnee zwischen die BĂ€ume gestellt. Ob wir da wieder rauskommen? Der Platzwart meinte ja ganz optimistisch, man könne auf den verharschten Schnee gut fahren!

Na, erst mal ab zum Strand. Der ist wirklich schön, sehr lang und breit, sandig und herrlich zum Spazierengehen. Die Sonne schien auch, aber es war sehr kalt! Eisschollen schwappten trĂ€ge im fast gelatineĂ€hnlichen Halbgefrorenen rum, und die allgegenwĂ€rtigen SchwĂ€ne klapperten mit den ZĂ€hnen – nein, ich bin kein Vogelkundiger, wie man unschwer feststellen kann! Also sind wir nach 2 Stunden Marsch zurĂŒck ins kuschelig-warme Womo, und haben uns bei Grog und Musik aufgewĂ€rmt!

Der 17. Januar brachte uns nach einem problemlosen Herausfahren durch den bekannten verharschten Schnee auf dem Platz bis an die Ostseite Usedoms. Kurz vor der polnischen Grenze ist wieder ein riesiger teurer Parkplatz, und ĂŒber die Grenze gehtÂŽs nur zu Fuss!

Also sind wir erst mal mit einem Taxi ins Zentrum der polnischen Stadt SwinemĂŒnde gefahren. Grau in grau reihen sich die mehrstöckigen MietshĂ€user aneinander, die Stadt wirkt reizlos, und so beschlossen wir, den 4 km langen Weg zur Grenze zurĂŒck zulaufen, denn der ganze Weg ist auf der einen Seite der Strasse ein einziger, ĂŒberdachter, mit Toiletten und Sitzgelegenheiten ausgerĂŒsteter Flohmarkt! Zigaretten ( Vorsicht, nur Originalmarken mit Steuermarke nehmen – 16-17 Euro, nicht die russischen Billigkopien – 6 Euro , wegen des polnischen Zolls! Eine Stange pro Erwachsenen)), Kleidung, Ledersachen, Pelze, Zooartikel, Lebensmittel (gerĂ€ucherte GĂ€nsefilets, hmmmmm!), Korbwaren, und vieles mehr kann man dort recht preisgĂŒnstig kaufen. Im Winter kann man angenehm bummeln, auch wenn nicht alle LĂ€den offen haben, doch ich stelle mir das GedrĂ€ngel im Sommer vor, und mich schaudert! Alkohol bekommt man nur im Laden an der Grenze. Wenig Auswahl, aber preisgĂŒnstig! l pro Erwachsenen ist erlaubt, und seid bloss vorsichtig mit Schmuggeln: man wird an der Grenze zumindest von den deutschen Zöllnern zwar sehr höflich, aber bestimmt regelrecht gefilzt!

Wir haben uns so langsam auf die RĂŒcktour gemacht und haben in Loissin, in der NĂ€he von Greifswald, ĂŒbernachtet. Der Campingplatz liegt direkt am Strand, und wenn Seetang und Eisschollen weg sind, ist er wohl recht schön. Leider fing es an zu nieseln, und so haben wir uns ins Womo gekuschelt und Musik gehört – nach dem obligatorischen Hundespaziergang, versteht sich! Preiswert war der Platz, 13 Euro mit Ver- und Entsorgung sind ok!

Am 18.1. sind wir zurĂŒck auf den Darß, dem Bernsteinfieber folgend! Auf der „relativ langen“ Tour fielen uns wieder die schönen Alleen auf, die sich kilometerlang durch die Landschaft schlĂ€ngeln. Man ist beim Strassenbau auch sehr behutsam mit diesem herrlichen alten BĂ€umen umgegangen: entweder hat man einfach eine neue, dem heutigen Verkehr angemessene Strasse parallel gebaut und die alte, oft noch kopfsteingepflasterte den Anliegern ĂŒberlassen, oder man hat eine zweite Fahrspur ausserhalb der Baumreihen angelegt. Und wieder waren wir erstaunt, wie gross die winterlich kahlen Felder sind, und wie gross die vereinzelten Höfe!

In Prerow sind wir erst mal in einer gemĂŒtlichen Teestube eingekehrt. Kaffee und Tee waren hervorragend, doch leider ist das ein NichtrauchercafĂ©, und mir schmeckt doch meine Zigarette immer so gut! Dann sind wir voller Vorfreude zum „Regenbogen-Resort“. Diesmal war die Rezeption geöffnet, doch stellt Euch unser Erstaunen vor, als wir plötzlich nicht 12 Euro, sondern 20,30 Euro pro Nacht zahlen sollten! Welch eine Preissteigerung innerhalb von 6 Tagen! Uns warÂŽs unerklĂ€rlich, und auch die uninteressierten, unfreundlichen Damen konnten uns nicht ĂŒber den Grund aufklĂ€ren. Ja, das sei halt eine Pauschale gewesen, das habe der Platzwart gemacht …. leeres Gerede! Wir haben uns jedenfalls nach der Reise sowohl bei der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Regenbogen-Resorts wie auch beim ADAC beschwert – bisher allerdings ohne jede Antwort! Naja, wohin sollten wir denn sonst im Winter, und mit einem stromhungrigen Laptop? Also sind wir dageblieben, haben den Ärger verschluckt, und sind wieder an den Strand zum Bernsteinsuchen und Spazierengehen!

Sonntag haben wir dann noch ein bisschen auf dem Darß herumgeguckt, aber leider war das Wetter nicht schön, nasskalt, nieselig, und so sind wir kurzentschlossen nach Ribnitz-Damgarten ins Bernsteinmuseum. Und das lohnt sich wirklich! Eine schöne Ausstellung mit guten ErklĂ€rungen zeigt einem die Entstehung, die Fundorte, die Unterschiede, den Abbau beziehungsweise die Art und Weise, wie Bernstein gesucht, gewonnen oder abgebaut wird, und auf dem Weg ĂŒber zwei Stockwerke und durch viele kleine RĂ€ume des ehemaligen Klosters erfĂ€hrt man eine Menge Wissenswertes ĂŒber den schönen Stein.

Ich wusste nicht, dass das Wort „Bernstein“ von „Brennstein“ abgeleitet wird – der Stein wurde frĂŒher wie Kohle benutzt, weil er so gut brennt!

Nur gute StĂŒcke werden zu Schmuck verarbeitet. Die kleinen oder minderwertigen StĂŒcke werden zermahlen, und ergeben mit Leinöl und anderen Chemikalien gemischt eine sehr harte Farbe. Ausserdem wurde der gemahlene Bernstein zu Pressbernstein verarbeitet und fĂŒr Zigarettenspitzen und PfeifenmundstĂŒcken verarbeitet, und auch in der Elektroindustrie wurde Pressbernstein wegen seiner LeitfĂ€higkeit gebraucht! Das Museum ist wirklich gut, und man kann auch mit Kindern einen sehr interessanten Tag dort verbringen, da den Zuschauern Schleifen und Polieren demonstriert wird, und man auch selbst Hand anlegen kann. Auch die Beschreibungen sind fĂŒr Kinder gut zu verstehen, oder zumindest leicht von den Eltern zu „ĂŒbersetzen“!

ZurĂŒck in Prerow, mussten wir dann auf DrĂ€ngen unseres Hundes wieder an den Strand – na ja, mit Regenjacke und Kapuze gingÂŽs ja! Es gibt kein falsches Wetter, nur falsch angezogene Menschen!

Am 20.1. sind wir zurĂŒck nach WarnemĂŒnde gefahren, haben in Markgrafenheide ĂŒbernachtet, und uns noch einmal WarnemĂŒnde angeguckt, bevor wir nach Haue mussten. Trotz Sonntag hatten viele GeschĂ€fte geöffnet, der Fischmarkt war ebenfalls voller Leben, und so haben wir uns wieder sehr wohl dort gefĂŒhlt!

Eine Hafenrundfahrt in einem gemĂŒtlichen,

  • Sie sind ja irgendwo schön, Nur der Seenotretter betrachtet sie mit Grausen

fast leeren Ausflugsschiffchen machte uns auch viel Spass, und so waren wir rundrum zufrieden als wir abends im Womo köstlichen Fisch schmorten und unsere EinkĂ€ufe bewunderten! (In Graal-MĂŒritz gibt es einen ausgeschilderten Womoparkplatz mit 8 StellplĂ€tzen)

Montag sind wir dann noch einmal nach WarnemĂŒnde, um fĂŒr die Daheimgebliebenen einzukaufen, und haben uns dann bei einsetzendem Nieselregen auf die Heimfahrt gemacht!

Die Fahrt war sehr schön, und hat uns viel Freude bereitet, aber es ist bestimmt keine Landschaft, die uns zurĂŒcklockt fĂŒr weitere Besuche – so wie die Bretagne, die man ja nicht oft genug wiedersehen kann! Störend ist die „Abzocke“. Touristen werden geschröpft, was der Geldbeutel hergibt. Es gibt keinen freien Parkplatz ( wenn man wegen der Euroumstellung nicht gerade GlĂŒck mit den Parkuhren hatte), noch nicht mal am Strand findet man irgendwo einen freien Parkplatz, die ParkplĂ€tze sind sehr teuer, StellplĂ€tze gibtÂŽs kaum, und wenn ja, teuer, die CampingplĂ€tze sind ebenfalls teuer …. man kommt sich vor wie ein Goldesel. Ausserhalb der Saison gehtÂŽs ja noch, aber die meisten CampingplĂ€tze kassieren extra fĂŒr Entsorgung und Versorgung, und die haben bannich teures Frischwasser da drĂŒben! Nee, da lobe ich mir die Bretagne, wo man frei stehen kann, gute und preiswerte Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten findet, und wo die Preise auch in Restaurants und Ă€hnlichem nicht ganz so ĂŒbertrieben sind!

…und tschĂŒsss! Bis zur nĂ€chsten Reise!