MeckPomm 02

Reisebericht MeckPomm 11.01.02 – 21.01.02.02

Wir sind am Freitag, dem 11.01.02, von Berne losgefahren, bei kaltem windigen Wetter mit bedecktem Himmel.Wir sind ohne Stop durchgefahren bis nach Grevesmühlen, das etwa 35 km östlich von Lübeck liegt. Ein nettes kleines Städtchen, gerade das Richtige für uns zum Einkaufen und einmal Füsse vertreten.

Der Campingplatz liegt etwa 5 Meter ĂĽber dem Strand

Dann sind wir weiter nach Zierow auf den dortigen Campingplatz, der direkt an der Wismar-Bucht liegt. Eigentlich sehr idyllisch, aber im Sommer bestimmt sehr voll, und eine direkt auf dem Platz gelegene Disco und ein Restaurant mit Biergarten werden während der Saison auch nicht zu einer ungestörten Nachtruhe beitragen!

Wenn man direkt am Platzrand steht, hat man – vorausgesetzt, das Wetter lässt es zu – einen sehr schönen Blick ĂĽber die Bucht und kann viele Wasservögel, vor allem Schwäne beobachten. Der Strand ist nicht sehr breit, teilweise steinig, und sehr lang, und ein Teil des Strandes in der Nähe des Waldes ist fĂĽr Hund und Herrchen reserviert. Leider ist der Platz teuer: 17 Euro pro Nacht incl. Strom, und fĂĽr Ent- und Versorgung zahlt man noch mal 2 Euro extra!

Am 12.01. wollten wir eigentlich nach Wismar, doch haben wir uns vorsorglich direkt hinter Zierow in einem Supermarkt mit Lebensmitteln fĂĽr´s Wochenende versorgt. Dabei fiel uns dann der erste wesentliche Unterschied zwischen West und Ost auf: jeder Supermarkt hat seinen eigenen Orion-Shop. Da muss nach der „Wende“ ja ein gehöriger Nachholbedarf gewesen sein!

Wismar haben wir dann ohne Stop durchfahren – keine Lust auf Stadt!
(Stellplatz am Hafen fĂĽr Womos, ausgeschildert)

KĂĽhlungsborn hieĂź unsere nächste Station auf der Reise … weil ich unbedingt mal eine SeebrĂĽcke sehen wollte! Doch der Wind war kalt und unangenehm, und so haben wir uns das hĂĽbsch renovierte Touri-Städtchen nur aus dem Wagen angeschaut.
(ausgeschilderter, gebĂĽhrenpflichtiger Stellplatz am Parkplatz „SeebrĂĽcke“ mit Ver- und Entsorgung, geeignet fĂĽr Stadtbummel und Ăśbernachtung).

Weiter ĂĽber kleine und kleinste Landsträßchen. Die groĂźen Land- und Bundesstassen sind hervorragend ausgebaut, vor allem sehr gut „ausgeblitzt“, also Vorsicht mit der Geschwindigkeit! Wir werden auch so ein nettes Erinnerungsfoto bekommen, fĂĽrchte ich! Die kleineren Nebenstrassen rĂĽtteln das Womo oft ganz gehörig durch, und wenn man dann im Schrittempo jede Gabel in der Schublade einzeln hören kann, und die KleiderbĂĽgel sehr musikalisch werden, kommt einem das Schild „Vorsicht, spielende Kinder! Bitte 30 km/h“ wirklich wie Hohn vor! Ausserdem steht man dann in einer ganz engen Strasse ohne Wendemöglichkeit plötzlich vor einer vorsintflutlichen BrĂĽcke, sehr gut geeignet fĂĽr Trabbis etc, aber leider nur 2 Meter breit! Also im RĂĽckwärtsgang zurĂĽck … wer Womo fährt, kennt den Spass ja!
(5 km östlich von Kühlungsborn, in Bürgerende ,gibt es Stellplätze mit Ver- und Entsorgung)

Auffällig ist für uns Flachland-Nordseeküstenbewohner, dass die Landschaft eher dem Westerwald als einer Küstenregion ähnelt. Sanfte Hügel, Wälder und oft kurvige Strassen passen so gar nicht in unser Bild einer norddeutschen Küste! Auch fehlen die windschiefen, von tausend Stürmen in eine Richtung gebogenen Bäume,

Büsche und Hecken, die man bei uns, in Holland und auch in der Bretagne überall findet! Endlose Felder begleiten das Womo über die Hügel, überall blinken kleine und grössere Seen im Sonnenlicht, und sehr vereinzelt trifft man auf riesige Bauernhöfe.

WarnemĂĽnde war unser nächstes Ziel. Wilfried war einmal kurz nach der Wende geschäftlich dort, und fand das Städtchen grau, lieblos und kalt. Nun gefiel es uns sehr gut. Tadellos renoviert, lebhaft und selbst an einem Wintersamstag voller Menschen. Die alten, kleinen Hansehäuser am Hafen sind frisch gestrichen, die Wintergärten, die jedes Haus zur Wasserseite hin hat, sind in Boutiquen, Schmuckläden und Restaurants umgewandelt, und auf der gegenĂĽberliegenden Hafenseite „brummt“ ein gut besuchter, sehr guter Fischmarkt!

Der Fisch ist nicht zu teuer ( 1 kg frischer Lachs 7,50 Euro), und die Qualität und Frische ist einmalig! Ein hervorragender Obststand bietet Obst und Gemüse, sowie Sanddornsäfte und -marmeladen, die sehr gut schmecken!
Wir haben uns geräucherten Dorschrogen und -leber, eine dortige Spezialität, mitgenommen, und sind heute noch am Träumen vom Geschmack dieser Köstlichkeiten!
In den Gassen der Stadt findet man Plauener Spitze, Meissner Porzellan, und sehr schönen Bernsteinschmuck – und natĂĽrlich maritime Andenken der Sorte „Taiwan-Import“, doch diesen geschmacklosen Krimskrams muss man ja nicht kaufen! Sehenswert und liebenswert.
(Campingplatz in Markgrafenheide, 10 Euro incl. Ver- und Entsorgung – Nebensaisonpreis. Ist bequem mit der Fähre hinter dem Bahnhof in WarnemĂĽnde zu erreichen)

Nach dem Bummel sind wir dann Richtung Rostock, weiter über Ribnitz-Damgarten, und dann links ab über Fischland auf den Darß. Fischland ist ein ganz schmaler Streifen Land zwischen der Ostsee ( die hier von einem für uns Nordseedeichanwohner lächerlichen Deichlein gebändigt wird) und dem Saaler Bodden. Irgendwie hat man hier nie das Gefühl, am Meer zu sein. Selbst die Ostsee sieht bei ruhigem, etwas nebeligen Wetter doch sehr wie ein Ententeich aus, und durch die Bodden kann man wohl durchwaten! (für Womos gekennzeichneter Stellplatz südlich von Barnstorf bei Wustrow, an einem der Strandübergänge)

Hinter Althagen fährt man dann durch dunkle Wälder.Hinweisschilder warnen vor Wildschweinen,Rehen und ähnlichen Tieren, und ein Schild faszinierte uns ganz besonders. Wilfried interpretierte es so: 70 Wildunfälle zwischen 18 und 6 Uhr!

Wir haben uns fĂĽr den Campingplatz „Regenbogen-Resort“ in Prerow entschieden, der sehr gute Stellplätze fĂĽr Womos und gute, im Preis von 12 Euro inbegriffene Ent- und Versorgung bietet …… das „aber“ kommt erst viel später, nämlich auf der RĂĽckreise bei einem weiteren Besuch im Regenbogen-Resort! Lest mal weiter! Jedenfalls war die Rezeption bei unserer Ankunft geschlossen, doch ein Zettel an der TĂĽr nannte eine Telefonnummer, unter der sich ein netter junger Mann meldete, der nach dem Anruf auch sofort kam, gegen Quittung kassierte, und uns hilfsbereit alles zeigte: Stellplatz, Entsorgungsplatz, Toiletten- und Waschhaus, StromanschlĂĽsse – also wirklich erfrischend freundlich Jedenfalls ist der Platz schön, nah am Strand, allerdings liegt auch hier wieder die berechtigte Vermutung nahe, dass in der Saison hier viel zu viel los ist fĂĽr unseren Geschmack. Der Strand ist endlos lang, sandig, und sehr breit. Ideal fĂĽr uns, um mit dem Hund lange spazieren zu gehen, und so beschlossen wir, den Sonntag ĂĽber zu bleiben.

  • Das "Bernstein-fieber" erfaĂźt wirklich jeden

Sonntag haben wir dann erst mal den Darß und die nähere Umgebung ergründet. Zingst liegt im tiefsten Winterschlaf, nur ein paar Geschäfte haben geöffnet. Eine seltsame kleine Stadt, deren Strand an der Ostsee und der nur wenige Meter entfernte Hafen am Bodden liegt ! (gebührenpflichtiger Stellplatz an Strandübergang 6, mit Ver- und Entsorgung. Nahe beim Supermarkt, doch direkt neben einem PKW-Parkplatz, also wohl tagsüber laut im Sommer)
Wieck ist ein winziges Dorf, jedes Haus entweder ein Hotel oder eine Pension .Das Boot der DGzRS ist bis auf einen schmalen Streifen freies Wasser eingefroren, Winterpause! Auch der Bodden ist zugefroren, die Enten und Schwäne watscheln mit kalten FĂĽssen ĂĽber´s Eis! (Ortsausgang Wieck Rtg. Prerow steht ein Schild an einem Privathaus „Womos willkommen“. Stellplatz?)

Mittags sind wir zurĂĽck auf unseren Platz, haben uns warm eingepackt, und sind an den Strand. Wilfried wollte unbedingt den Liegeplatz des Seenotrettungskreuzers im Nothafen am DarĂźer Ort sehen, also sind wir losmarschiert. Die wenigen Menschen am Strand gingen alle sehr gebĂĽckt, buddelten im Seetang rum, und schienen alle irgendetwas zu suchen ! Und dann hat es uns erwischt : das Bernsteinfieber! Zuerst fanden wir nur kleine und kleinste StĂĽcke, doch auf einmal stubst Wilfried einen Haufen Seetang um, der bestimmt schon tausend mal an diesem Wochenende durchgebuddelt wurde …. und findet meinen Bernstein.

Gut daumennagel- gross, und für mich der schönste Bernstein überhaupt! Doch Erfolg heizt das Bernsteinfieber nur noch an, und so sind wir über 3 Stunden am Strand geblieben, sehr zur Freude unseres Hundes!

Am Montag, den 14.01.02, sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück und einem Einkauf in Barth nach Rügen gefahren, eine sehr schöne Tour durch eine reizvolle Landschaft, immer wieder Blick auf Ostsee oder Bodden. Gegen Mittag kam dann die Sonne raus, und dann wurde es natürlich noch schöner! Bei der Wittower Fähre konnten wir neben der neuen Fähre noch die Fahrrad- und Trabbigerechte alte Fähre bewundern, die still vor sich hin rostet!

In Dranske haben wir dann noch ein bisschen einkaufen wollen, doch das Einkaufszentrum liegt eingezwängt zwischen grauen Plattenbauten der schlimmsten Sorte, und ist eine Mischung aus Aldi und Billigstladen – nee danke, weg hier!

  • Die alte Fähre, zu klein fĂĽr Womos, daneben der neue Fähranleger

Dranske-Nonnewitz hat ebenfalls ein Regenbogen-Resort, doch leider saisonbedingt geschlossen.
(Der Parkplatz davor eignet sich gut als Stellplatz)
Man erreicht den Strand durch den Wald, und ist dann überrascht, wenn man plötzlich eine steile Treppe hinunter geht und am Strand steht! Der Strand ist wunderschön, lang und breit, teils sandig, teils steinig, und Wilfried fand gleich einen gut faustgrossen versteinerten Seeigel!

Wir haben in Dranske auf dem Campingplatz ĂĽbernachtet. Der Besitzer hat mit viel Bastlertalent fĂĽr gute Entsorgungsmöglichkeiten gesorgt, ist sehr freundlich und hilfsbereit, nimmt nur 12,50 Euro und der Platz bietet einen schönen Blick auf Hiddensee – allerdings nicht bei Nebel, und so sahen wir nur grau in grau mit ein paar Schwänen – die sind zu Tausenden allgegenwärtig! Der dortige Strand ist etwa handtuchbreit und reizlos. Der Platz ist wohl auch nur off-saison zu gebrauchen, im Sommer ist er bestimmt zu laut und zu voll!

15.01.01

– heute wäre meine im vergangenen FrĂĽhjahr gestorbene Mutter 74 Jahre alt geworden! Wir sind bei Nebel losgefahren und wollten uns Kap Arkona anschauen. Zwei km vor Arkona, in Putgarten, sind riesige Parkplätze, und weiter kommt man mit dem Auto auch nicht. ParkplatzgebĂĽhr 1 Euro pro Stunde ist nicht ganz ohne – und Kap Arkona im Nebel ist wohl ganz ohne ….also sind wir weggefahren Richtung Sassnitz.

Schon bald kam nun die Sonne durch, Schnee lag auf Wiesen, Dächern und Wegen, Rauhreif glitzerte an den Bäumen , und es war wunderschön! Ăśber die „Schaabe“ nach Glowe, und von dort nach Stubbenkammer. Bei Glowe gibt es einen herrlichen Käseladen, der selbstgemachten Käse anbietet! Nicht verpassen!

Wir wollten uns ja die vielberĂĽhmten Kreidefelsen anschauen, und suchten nun nach einem Weg dahin. Geht nicht, jedenfalls nicht mit dem Auto. Grosse Parkplätze mit grossen Preisen laden nicht gerade zum Verweilen ein, vor allem, wenn sie wegen Schnee und Eis schlecht befahrbar sind, und die dann folgenden Wanderwege so glatt sind, dass wir verzichtet haben … bitte keinen Beinbruch! Selbst Hund Teddy verlor den Halt, und alle vier Pfoten rutschten in unterschiedliche Richtungen davon ….neee danke!

  • Die Fahrt durch die Stubbenkammer....

Aber die Fahrt durch das Naturschutzgebiet Stubbenkammer im Winter ist märchenhaft. Man kommt sich mal wieder vor, als wäre man fern der See, im Mittelgebirge … wo bitte, kann man hier Skier leihen?

Wenn man aus dem Wald herauskommt und nach Sassnitz hinunter fährt, staunt man nicht schlecht ĂĽber den Unterschied zwischen Mittelgebirgslandschaft zum einen und einem fast italienisch anmutenden Touristenstädtchen an einer steilen KĂĽste zum anderen! Sassnitz soll eine schöne Stadt mit einer reizvollen Altstadt sein……wir haben nur Umleitungen erlebt, und dadurch besagte Altstadt wohl völlig verpasst!

Im verschlafenen Hafen haben wir uns noch mit frischem Dorsch eingedeckt, und sind dann weiter an der Küste entlang bis nach Baabe. Auffallend sind die wunderschön renovierten alten Häuser mit den filigranen, mehrstöckigen Balkonen davor, die fast wie Zuckerbäckerei aussehen und perfekt zu Rauhreif und Wintersonnenschein passen!

So wie der Wald der Stubbenkammer

Auch die Neubauten passen sich sehr gut dem Stil an, und die Strassen in den Kurorten sind liebevoll zum Bummeln und Flanieren gestaltet. Das ist zwar nicht immer womo-freundlich, aber mit viel Geschlängel und fahrerischem Geschick meines Mannes durchaus zu bewältigen.

erscheinen auch die Häuser in Baabe und Sellin

in filligranem Weiss.

Leider hatte der Campingplatz in Baabe , der eigentlich ideal mitten im Ort an der Strandpromenade liegt, ganz nah an Restaurants und Läden, geschlossen, und so sind wir kurzentschlossen ĂĽber Bergen quer durch RĂĽgen auf die Insel Ummanz, doch haben wir zuerst vorsichtshalber beim Campingplatz dort angerufen …. er hat tatsächlich geöffnet! Der Platz liegt sehr schön, mitten im Naturschutzgebiet auf der fast unbewohnten Insel, die im FrĂĽhling und im Herbst viele Vogelliebhaber anzieht, da dann Kraniche dort Halt machen auf ihren langen Reisen! Der Strand ist noch nicht mal handtuchbreit – man muss das Handtuch schon querlegen! -, und bietet einen schönen Blick auf Hiddensee. Es ist ruhig, still und einsam hier, und fĂĽr Erholungssuchende und Piepmatzspezialisten bestimmt ideal! Ein herrlicher winterlicher Sonnenuntergang ĂĽber Hiddensee schliesst unseren Tag ab, und wir kuscheln uns fĂĽr die eiskalte Nacht ein.

Leider sind uns die Abwasserleitungen trotz offenen Tanks eingefroren! Zwischen Badezimmer und Tank läuft nix mehr!

Am folgenden Tag sind wir weiter nach Usedom gefahren. Zinnowitz war unser Ziel, und der dortige Campingplatz liegt direkt am Strand, mitten im Wald. Geräumt waren die Wege ja, aber nicht gestreut, und uppsss…. ging´s auf einmal den HĂĽgel rĂĽckwärts wieder hinunter, und das im ersten Gang! Ein Womo ist eben kein Geländewagen ! Wir haben uns dann auf Anraten des Platzwartes auf einen Stellplatz im Schnee zwischen die Bäume gestellt. Ob wir da wieder rauskommen? Der Platzwart meinte ja ganz optimistisch, man könne auf den verharschten Schnee gut fahren!

Na, erst mal ab zum Strand. Der ist wirklich schön, sehr lang und breit, sandig und herrlich zum Spazierengehen. Die Sonne schien auch, aber es war sehr kalt! Eisschollen schwappten träge im fast gelatineähnlichen Halbgefrorenen rum, und die allgegenwärtigen Schwäne klapperten mit den Zähnen – nein, ich bin kein Vogelkundiger, wie man unschwer feststellen kann! Also sind wir nach 2 Stunden Marsch zurĂĽck ins kuschelig-warme Womo, und haben uns bei Grog und Musik aufgewärmt!

Der 17. Januar brachte uns nach einem problemlosen Herausfahren durch den bekannten verharschten Schnee auf dem Platz bis an die Ostseite Usedoms. Kurz vor der polnischen Grenze ist wieder ein riesiger teurer Parkplatz, und über die Grenze geht´s nur zu Fuss!

Also sind wir erst mal mit einem Taxi ins Zentrum der polnischen Stadt SwinemĂĽnde gefahren. Grau in grau reihen sich die mehrstöckigen Mietshäuser aneinander, die Stadt wirkt reizlos, und so beschlossen wir, den 4 km langen Weg zur Grenze zurĂĽck zulaufen, denn der ganze Weg ist auf der einen Seite der Strasse ein einziger, ĂĽberdachter, mit Toiletten und Sitzgelegenheiten ausgerĂĽsteter Flohmarkt! Zigaretten ( Vorsicht, nur Originalmarken mit Steuermarke nehmen – 16-17 Euro, nicht die russischen Billigkopien – 6 Euro , wegen des polnischen Zolls! Eine Stange pro Erwachsenen)), Kleidung, Ledersachen, Pelze, Zooartikel, Lebensmittel (geräucherte Gänsefilets, hmmmmm!), Korbwaren, und vieles mehr kann man dort recht preisgĂĽnstig kaufen. Im Winter kann man angenehm bummeln, auch wenn nicht alle Läden offen haben, doch ich stelle mir das Gedrängel im Sommer vor, und mich schaudert! Alkohol bekommt man nur im Laden an der Grenze. Wenig Auswahl, aber preisgĂĽnstig! l pro Erwachsenen ist erlaubt, und seid bloss vorsichtig mit Schmuggeln: man wird an der Grenze zumindest von den deutschen Zöllnern zwar sehr höflich, aber bestimmt regelrecht gefilzt!

Wir haben uns so langsam auf die RĂĽcktour gemacht und haben in Loissin, in der Nähe von Greifswald, ĂĽbernachtet. Der Campingplatz liegt direkt am Strand, und wenn Seetang und Eisschollen weg sind, ist er wohl recht schön. Leider fing es an zu nieseln, und so haben wir uns ins Womo gekuschelt und Musik gehört – nach dem obligatorischen Hundespaziergang, versteht sich! Preiswert war der Platz, 13 Euro mit Ver- und Entsorgung sind ok!

Am 18.1. sind wir zurĂĽck auf den DarĂź, dem Bernsteinfieber folgend! Auf der „relativ langen“ Tour fielen uns wieder die schönen Alleen auf, die sich kilometerlang durch die Landschaft schlängeln. Man ist beim Strassenbau auch sehr behutsam mit diesem herrlichen alten Bäumen umgegangen: entweder hat man einfach eine neue, dem heutigen Verkehr angemessene Strasse parallel gebaut und die alte, oft noch kopfsteingepflasterte den Anliegern ĂĽberlassen, oder man hat eine zweite Fahrspur ausserhalb der Baumreihen angelegt. Und wieder waren wir erstaunt, wie gross die winterlich kahlen Felder sind, und wie gross die vereinzelten Höfe!

In Prerow sind wir erst mal in einer gemĂĽtlichen Teestube eingekehrt. Kaffee und Tee waren hervorragend, doch leider ist das ein NichtrauchercafĂ©, und mir schmeckt doch meine Zigarette immer so gut! Dann sind wir voller Vorfreude zum „Regenbogen-Resort“. Diesmal war die Rezeption geöffnet, doch stellt Euch unser Erstaunen vor, als wir plötzlich nicht 12 Euro, sondern 20,30 Euro pro Nacht zahlen sollten! Welch eine Preissteigerung innerhalb von 6 Tagen! Uns war´s unerklärlich, und auch die uninteressierten, unfreundlichen Damen konnten uns nicht ĂĽber den Grund aufklären. Ja, das sei halt eine Pauschale gewesen, das habe der Platzwart gemacht …. leeres Gerede! Wir haben uns jedenfalls nach der Reise sowohl bei der GeschäftsfĂĽhrung der Regenbogen-Resorts wie auch beim ADAC beschwert – bisher allerdings ohne jede Antwort! Naja, wohin sollten wir denn sonst im Winter, und mit einem stromhungrigen Laptop? Also sind wir dageblieben, haben den Ă„rger verschluckt, und sind wieder an den Strand zum Bernsteinsuchen und Spazierengehen!

Sonntag haben wir dann noch ein bisschen auf dem Darß herumgeguckt, aber leider war das Wetter nicht schön, nasskalt, nieselig, und so sind wir kurzentschlossen nach Ribnitz-Damgarten ins Bernsteinmuseum. Und das lohnt sich wirklich! Eine schöne Ausstellung mit guten Erklärungen zeigt einem die Entstehung, die Fundorte, die Unterschiede, den Abbau beziehungsweise die Art und Weise, wie Bernstein gesucht, gewonnen oder abgebaut wird, und auf dem Weg über zwei Stockwerke und durch viele kleine Räume des ehemaligen Klosters erfährt man eine Menge Wissenswertes über den schönen Stein.

Ich wusste nicht, dass das Wort „Bernstein“ von „Brennstein“ abgeleitet wird – der Stein wurde frĂĽher wie Kohle benutzt, weil er so gut brennt!

Nur gute StĂĽcke werden zu Schmuck verarbeitet. Die kleinen oder minderwertigen StĂĽcke werden zermahlen, und ergeben mit Leinöl und anderen Chemikalien gemischt eine sehr harte Farbe. Ausserdem wurde der gemahlene Bernstein zu Pressbernstein verarbeitet und fĂĽr Zigarettenspitzen und PfeifenmundstĂĽcken verarbeitet, und auch in der Elektroindustrie wurde Pressbernstein wegen seiner Leitfähigkeit gebraucht! Das Museum ist wirklich gut, und man kann auch mit Kindern einen sehr interessanten Tag dort verbringen, da den Zuschauern Schleifen und Polieren demonstriert wird, und man auch selbst Hand anlegen kann. Auch die Beschreibungen sind fĂĽr Kinder gut zu verstehen, oder zumindest leicht von den Eltern zu „ĂĽbersetzen“!

ZurĂĽck in Prerow, mussten wir dann auf Drängen unseres Hundes wieder an den Strand – na ja, mit Regenjacke und Kapuze ging´s ja! Es gibt kein falsches Wetter, nur falsch angezogene Menschen!

Am 20.1. sind wir zurück nach Warnemünde gefahren, haben in Markgrafenheide übernachtet, und uns noch einmal Warnemünde angeguckt, bevor wir nach Haue mussten. Trotz Sonntag hatten viele Geschäfte geöffnet, der Fischmarkt war ebenfalls voller Leben, und so haben wir uns wieder sehr wohl dort gefühlt!

Eine Hafenrundfahrt in einem gemĂĽtlichen,

  • Sie sind ja irgendwo schön, Nur der Seenotretter betrachtet sie mit Grausen

fast leeren Ausflugsschiffchen machte uns auch viel Spass, und so waren wir rundrum zufrieden als wir abends im Womo köstlichen Fisch schmorten und unsere Einkäufe bewunderten! (In Graal-Müritz gibt es einen ausgeschilderten Womoparkplatz mit 8 Stellplätzen)

Montag sind wir dann noch einmal nach WarnemĂĽnde, um fĂĽr die Daheimgebliebenen einzukaufen, und haben uns dann bei einsetzendem Nieselregen auf die Heimfahrt gemacht!

Die Fahrt war sehr schön, und hat uns viel Freude bereitet, aber es ist bestimmt keine Landschaft, die uns zurĂĽcklockt fĂĽr weitere Besuche – so wie die Bretagne, die man ja nicht oft genug wiedersehen kann! Störend ist die „Abzocke“. Touristen werden geschröpft, was der Geldbeutel hergibt. Es gibt keinen freien Parkplatz ( wenn man wegen der Euroumstellung nicht gerade GlĂĽck mit den Parkuhren hatte), noch nicht mal am Strand findet man irgendwo einen freien Parkplatz, die Parkplätze sind sehr teuer, Stellplätze gibt´s kaum, und wenn ja, teuer, die Campingplätze sind ebenfalls teuer …. man kommt sich vor wie ein Goldesel. Ausserhalb der Saison geht´s ja noch, aber die meisten Campingplätze kassieren extra fĂĽr Entsorgung und Versorgung, und die haben bannich teures Frischwasser da drĂĽben! Nee, da lobe ich mir die Bretagne, wo man frei stehen kann, gute und preiswerte Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten findet, und wo die Preise auch in Restaurants und ähnlichem nicht ganz so ĂĽbertrieben sind!

…und tschĂĽsss! Bis zur nächsten Reise!