Teil 4 Rund um Malchow

Wir sind  knappe hundert Kilometer zum Plauer See, nicht weit weg von Müritz gefahren, gemütlich über doch arg rüttelige Landsträsschen.
Ein Strassenschild besagt: Vorsicht Strassenschäden!
Okay, die Schäden haben wir gefunden, aber bitte wo ist die Straße? ????

Naturcamping Zwei Seen

 

 

 

Man bietet uns freundlich die Auswahl zwischen mehreren Plätzen an, und wir dürfen uns die Plätze auch zu Fuss ansehen.

Das erste, was uns auffällt, ist ein unangenehmer Fäkaliengeruch.

Das zweite, was uns auffällt: alle drei oder vier Plätze sollten angeblich Seeblick haben. Naja, ein bisschen Wasser sah man schon, wenn man den Hals verrenkte. Und der Platz direkt am See hatte dann auch einen direkten Blick auf die Rückseite des Strandkiosks!

Neee, so nicht.

Wir wandern herum, und suchen uns selbst zwei oder drei Plätze, die wir dann an der Rezeption nennen.

Einer ist reserviert, einer aus uns unerfindlichen GrĂĽnden nicht frei, und der dritte ……“wollen sie den mit dem grossen Wohnmobil wirklich haben? Kriegen sie das Wohnmobil da rein?

Kriegen wir.

Ganz leicht sogar, rückwärts rein, einmal kurz korrigiert, und wir stehen perfekt zwischen den Bäumen!

Doch bevor wir da einparken durften, mussten wir natĂĽrlich bezahlen……
2 Personen, 2 Hunde, Strom. Klar.
WC-Entleerungsmarke fĂĽr den Automat….. brauchen wir nicht.

SchlĂĽssel bzw Chipkarte fĂĽr Toiletten….. brauchen wir nicht. „Wiiirkliiiich niiiicht? ??“. Nein, wirklich nicht. Duschmarken? Nein danke!
Das macht dann 30,20 Euro plus 2 Euro Kurtaxe!
Den besonderen Duft in der Luft gibt’s fĂĽr umme dazu, weil der See wegen Wassermangel etwas mĂĽffelt!

????????
Einmal tief durchatmen….. na, okay, fĂĽr eine Nacht!

In Locmariaquer stehen wir fĂĽr 16 Euro all incl. direkt am Strand!

 

Der See ist hübsch, und auch der CP liegt sehr schön direkt am Ufer.

Man kann bis nach Plau am See, wohin wir eigentlich morgen fahren wollen,  hinüber schauen,

Seltsam fahlfarbene Muscheln liegen am Strand!

 

Seltsame Pflanzen gedeihen hier…… sie finden wohl einen guten Nährboden!

 

Auf dem Zeltplatz nebenan……..

 

 

Wir haben nur fĂĽr eine Nacht „gebucht“, und angeblich ist der Platz auch nur eine Nacht frei…..am nächsten Tag beschliessen wir, erst mal nach Malchow zum Einkaufen zu fahren, und uns danach nach einem Platz umzugucken, der uns vielleicht besser gefällt.

Nach Malchow fĂĽhren, aus unserer Richtung kommend, zwei Wege: einmal ĂĽber die Autobahn und auf dieser ĂĽber den Wasserlauf zwischen Plauer See und anderen Seen, und zum anderen ĂĽber die BrĂĽcke in Malchow direkt, ĂĽber die Insel, auf der der Stadtkern Malchows liegt.

Wir müssen auf die andere Seite, denn dort sind die Einkaufsmöglichkeiten.

Aber….. die Autobahnauffahrt ist gesperrt, und somitist uns dieser Weg verwehrt.

Also, durch Malchow durch!

Gut und schön, aber noch vor der Brücke, die zu Malchows altem Stadtkern führt, steht ein Schild, das Fahrzeugen über 2,8 t die Durchfahrt verbietet!

Was nun …… alle anderen Einkaufsmöglichkeiten sind weit weg!

Also Augen zu und durch ….. was der Ă–ffentliche Nahverkehr mit grossen Bussen kann, können wir auch!

Es hat geklappt, wir konnten die Einkaufsziele erreichen, und auf dem gleichen Weg auch wieder zurĂĽck fahren, denn wir hatten kurz vor Malchow so ein Wohlmobil-Hinweisschild gesehen………ob da ein Stellplatz ist?

Aber ja, und sogar ein wunderschöner!

Zu Fuss ziemlich genau 2 km von der Lange Strasse in der Inselstadt entfernt, man kann abseits der Strasse durch den

Engelschen Garten

gehen!

Mit dem Auto sind es keine 4 Minuten bis zum Parkplatz vor der BrĂĽcke zur Inselstadt!

 

Ich meine, wir haben 20 Euro bezahlt, da ist Strom etc drin, und man kann die hervorragenden Duschen benutzen!

Wobei die Plätze direkt am Wasser  teuer sind. Die Plätze weiter hinten, auf dem Foto hinter der Bootshalle zu erkennen, sind preiswerter.

Aber wir wollen ja immer direkt ans Wasser!

Das Schild am MĂĽlleimerplatz ist gut!

 

 

Die alte Dame hat es mir angetan!

 

 

Ein ganz neues Hausboot vor der Bootshalle

 

Ob dat dat hält?

Na, ist das nichts, so ein schicker RAM?

Aber das Schiffchen hier wĂĽrde uns auch gefallen!

In einer kaputten Laterne entdecken wir diees beeindruckende Wespennest!

Hier kommt von Arbeitsbooten bis hin zu Partydampfern alles vorbei …..auch sehr schicke kleine Hausboote!

 

Nahe beim Stellplatz gibt es einen wunderschönen Wald,der für Hundespaziergänge abseits der Strassen ideal ist!

Beeindruckend!

……ein Ameisenhaufen!

Mistkäfer bei der Arbeit!

Ein Igelfressplatz

Ampfel- und Birnbäume am Rande einer Waldlichtung

Bei einem anderen Spaziergang am Ufer entlang machden wir vorsichtshalber einen weiten Bogen um die Bienen!

 

 

 

Aber Malchow selbst ist ja einen Besuch wert, und bei unserer ersten „Durchfahrt“ auf dem Weg zum Supermarkt haben wir entdeckt, dass es vor dem Städtchen, vor der ersten BrĂĽcke einen grossen, kostenlosen Parkplatz gibt, der sich u.U. sogar zum Ăśbernachten eignen wĂĽrde. Der Betreiber unseres Stellplatzes meinte jedenfalls, dort stĂĽnden ausserhalb der Hauptsaison des öfteren mal Wohnmobile ĂĽber Nacht, und wir haben auch kein Verbotschild gefunden.

 

 

Von dort aus ist man innerhalb weniger Minuten ĂĽber die lange BrĂĽcke in der Inselstadt, in der die „Kurze Strasse“ auf der einen Seite und die „Lange Strasse“ auf der anderen Seite die „Hauptverkehrsadern“ sind. Diese beiden Strassen treffen sich bei den BrĂĽcken, von denen eine eine recht bekannte DrehbrĂĽcke ist…..was regelmässig zu grösseren Staus in der Kurzen Strasse fĂĽhrt!

Das Städtchen ist sehr hĂĽbsch, und bietet viele Durchblicke und Einblicke…….

 

„Freiluft-WC“

 

 

 

Buchsbaum und Tomaten …… im Blumenpott vor einem Restaurant …..zumindest „ungewöhnlich“!

Aber auch dieser Spaziergang hat irgendwann ein Ende,

 

und der Tag auch!

Am nächsten Tag fahren wir wieder auf den uns nun bekannten Parkplatz vor den Brücken Malchows und gehen wenige Meter zu Fuss durch die alten Klosteranlagen zum

Orgelmuseum Malchow

das sich in der Klosterkirche befindet.

 

 

 

Naja, so viel Georgel kann ja auch ganz schön langweilig sein !

Aber wir sind noch sehr interessiert!

Bloss keine kalten FĂĽsse kriegen beim Orgelspielen!

Zum Besuch des Orgelmueums habe ich übrigens an unseren engsten Freundeskreis, den ich, wenn wir auf Reisen sind, tagtäglich mit Fotos und Reiseberichten verorge, folgendes geschrieben:

Orgelmuseum….. klingt fĂĽr eine Musikliebhaberin und „Techniktante“ ?? wie Gesine interessant, und ich dachte mir, dass ich vielleicht ein paar nette Fotomotive finden werde…… beides traf zu, und der Besuch dieses kleinen Museums wurde etwas ganz Besonderes.
Wieso eigentlich?
An einer Orgel saĂź ein älterer Herr und spielte….. mal eine Melodie, mal nur ein paar Klänge……. bis wir irgendwie mit ihm ins Gespräch kamen. Er ist Organist, und fĂĽr 14 Tage als Gast der Kirchengemeinde dort, um ein wenig die geneigten Zuhörer zu „beschallen“ und um Orgelkonzerte zu geben. Er war gerade dabei, sein Programm fĂĽr den nächsten Tag zusammen zu stellen. Er ist ausgesprochen (humanistisch) gebildet, und hat uns viel ĂĽber Orgeln erzählt und erklärt. Es war so interessant, dass ich mir seine Adresse habe geben lassen, weil ich seiner Frau das kleine Holz- SchmuckstĂĽck mit der Klaviertastatur schicken und schenken möchte.
Irgendwie machte das nette und informative Gespräch aus einem Besuch in einem kleinen Museum etwas Besonderes!

Inzwischen habe ich ein ganz liebes Dankeschön-Briefchen von der Dame bekommen!

So, nun aber wieder genug „Kultur“, wir fahren mal nach Waren an der MĂĽritz!

Man hört und liest viel von diesem Ort, wir sind neugierig, es ist kein weiter Weg, und Wochenmarkt ist da laut Internet auch!

Also los!

Wir folgen dem Hinweis im Internet, der uns zu einem Parkplatz mit Wohnmobilstellplatz fĂĽhren soll.

Einen Wohnmobilstellplatz finden wir nicht, aber eine bannich schmale Zufahrt zu einem Parkplatz, der weder gewichtsmässig beschränkt noch höhenmässig beschrankt ist, und ein sehr freundlicher Parkplatzwächter kommt uns sogleich entgegen. Ob wir übernachten wollen? Nein, eigentlich nicht! Ist aber auch egal, er findet noch einen Parkplatz für uns, egal wie lange wir bleiben wollen.

Er zeigt uns einen Parkplatz, wo eigentlich keiner mehr ist, und macht sich daran, uns einzuweisen. Doch Gesine schaltet auf ihren berĂĽhmten „Smart-Modus“, und zackzack, steht das Wohnmobil wie vom freundlichen Einwinker gewĂĽnscht, massgenau in der Ecke, die der Einweiser uns zugewiesen hatte!

Und dann sind wir losgelaufen…..durch recht leere Strassen Rtg Markt und Wochenmarkt.

Naja, da gab es zwei Klamottenstände, die die gleiche italienische Ware fĂĽhren wie der bei uns auf dem Wochenmarkt – nur deutlich teurer. Dann einen Blumenstand, einen Stand mit Haushaltsartikel von der Kartoffelreibe bis zum Nähgarn, einen Stand mit Modeschmuck, und zwei Fressbuden. Und das war´s.

Drumherum auf dem eigentlich hübschen Platz das übliche Sammelsorium von Rossmann und ähnlichen Ketten.

Irgendwie…. entweder nicht unser Tag oder nicht unsere Stadt, vor allem, weil die echte Freundlichkeit des Parkplatzanweisers das einzig Nette von Seiten der Menschen hier blieb!

Da geht man doch gerne wieder!

Der Supermarkt allerdings war dann richtig gut, und ein StĂĽck weiter an der Strasse Richtung Malchow entdeckten wir

Das „Fisch-Kaufhaus“ der

MĂĽritzfischerei

Da gab es hervorragenden frischen Fisch zu kaufen, und ganz nebenbei bekamen wir durch Zufall und durch den neugierigen Blik in ein Gewächshaus  einen kleinen Einblick in eine Aquaponik-Anlage.

Aquaponik bezeichnet ein Verfahren, das Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen mittels Hydrokultur verbindet. Bei einer Aquaponik Anlage handelt es sich immer um die Kombination einer geschlossenen Kreislaufanlage zur Fischproduktion und einer Hydroponik­anlage zur Pflanzenzucht, zum Beispiel für Gemüse und Kräuter.

Das System funktioniert, indem die Exkremente aus der Fischzucht als Nährstoffe für Pflanzen verwendet werden. Dies geschieht meist automatisiert über Pumpenanlagen. Der für die Pflanzenaufzucht nötige Nährstoffeintrag erfolgt somit über das Fischfutter.

(sagt Wiki)

Die Bilder stammen von der Homepage der MĂĽritzfischer, dort kann man auch mehr ĂĽber die Anlage nachlesen!

Aquaponik-Anlage MĂĽritzfischer

 

Ein StĂĽck weiter fanden wir dann

Kells MĂĽritzer Bauernmarkt

wo man Kuchen kaufen und geniessen kann. Direkt dabei ist noch ein grosser Andenken- und Dekoladen, und daneben eine Kerzengiesserei,  Christins Glaswelt, in der  wunderschöne Ornamente und Fensterschmuck hergestellt und verkauft werden, und ein leicht maritim angehauchter Trödelladen, durch den sich ein Bummel ebenfalls lohnt.

Bei der Weiterfahrt Rtg Malchow staunten wir ĂĽber diese Traktoren,die statt Reifen Ketten hatten!

 

Mir fiel auch auf, dass viele Bäume an den langen Alleen eine Nummer tragen, klein, aber gut sichtbar am Stamm befestigt.

Hat das was mit der

Deutschen Alleenstrasse zu tun?

 

Alleen erleben

Erleben Sie auf der 2.900 km langen Deutschen Alleenstraße Landschaften auf eine Art und Weise die einzigartig ist. Licht und Schatten unter alten mächtigen Baumriesen. Bäume, die schon viel erlebt und gesehen haben. Genießen Sie Ausblicke in wunderschöne Landschaften abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Und machen Sie Halt an Sehenswürdigkeiten und einzigartigen Städten. Die Alleen und ihre Bäume werden bei dieser Reise durch Deutschland ihr Begleiter sein und ihnen viel zu erzählen haben.

 

 

 

Nein, damit haben die Nummern an den Bäumen nichts zu tun!

Es gibt ein

Baumkataster

Ein Baumkataster ist ein Verzeichnis, in dem (Stadt-/Straßen- oder Park-)Bäume verwaltet werden. Das Verzeichnis kann mit Papier-Formularen oder EDV-gestützt geführt werden. Alle erfassten Bäume müssen eindeutig identifiziert werden. Dies geschieht in vielen Baumkatastern durch eine Baumnummer, die am Baum angebracht wird.

Zanderfilet mit Steinpilzeiern

 

Jetzt sind wir schon viel länger hier, als geplant…….aber nun geht es weiter!