Teil 3 Die Elbe bei Stove und D├Âmitz

 

Nach unserem Besuch im Wolfcenter fahren wir weiter nach Stove bei Drage an der Elbe.

Dort hat ein Bekannter und seine Frau auf dem Camping Stove Strand ein Mobilhome, in dem sie im Sommer leben.

Im Winter leben sie in ihrem Wohnmobil in Spanien.

Wir haben uns vor 10 oder mehr Jahren das letzte Mal getroffen, aber immer einen lockeren Kontakt zueinander gehalten.

Wir melden uns ├╝ber FB bei den beiden, und werden herzlich zu ihnen eingeladen!

Also fahren wir zum

CP Stover Strand

https://www.camping-stover-strand.de/

und dort auf den Stellplatz direkt an der Elbe.

Nicht ganz billig…….24 Euro f├╝r uns plus Hunde plus Strom

 

Wir finden einen herrlichen Platz direkt in der ersten Reihe!

Die Elbe f├╝hrt durch den extrem trockenen Sommer sehr wenig Wasser!

Erst mal machen wir einen kurzen Besuch bei M. und B., und verabreden uns zum Abendessen im sehr guten Restaurant beim CP.

Nach dem Essen bummeln wir, von den Freunden begleitet, zum Wohnmobil.

Schon w├Ąhrend des Essens hatten wir Feuerwehrsirenen geh├Ârt und Blaulicht gesehen.

Mehrere Feuerwehrwagen fuhren Richtung Stellplatz und Bootshafen.

Der Grund?

Ein Binnenschiff war auf der Elbe bei Niedrigwasser festgekommen, und es wurde bef├╝rchtet, es k├Ânne Treibstoff auslaufen.

Boote werden zu Wasser gelassen, und wuseln um den Havaristen herum!

Kurz nachdem wir wieder am Wohnmobil ankommen, h├Âren wir die Maschinen des Binnenschiffes heftig arbeiten….vorw├Ąrts, r├╝ckw├Ąrts, vorw├Ąrts …… und dann kommt es aus eigener Kraft frei!

Rasch l├Âst sich der Trubel auf dem Wasser und an Land auf, die Feuerwehren r├╝cken ab, und die Nacht ist wieder ruhig!

Am n├Ąchsten Tag fahren wir bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen weiter nach D├Âmitz.

Die neue Elbbr├╝cke bei D├Âmitz……

Wir fahren erst einmal einkaufen in einem Supermarkt am Rande des St├Ądtchens.

Hier ist man unfreundlich, der Markt veraltet und unsch├Ân, und die Kunden ……naja, irgendwo zwischen Hartz4 und Arbeitsamt. Die meisten Kleidungsst├╝cke sind aus Ballonseide, die anderen scheinen aus den Altkleidersammlungen zu stammen. Nicht sch├Ân, und wir f├╝hlen uns nicht wohl.

Wir „belauschen“ ungewollt ein Gespr├Ąch zweier Kunden, offensichtlich ein P├Ąrchen:

Frau: “ Briochen ( Briochen gesprochen) wasn das?“
Mann: “ So’n franz├Âsischen Krams, so Brioches (immerhin halbwegs richtig ausgesprochen ) „.
Frau:“ Aber was ist das?“
Mann:So n franz├Âsischen Mist halt!“
Ende vons Diskussion!
Yep, manche sind dumm geboren und lernen auch nie dazu!

Trotzdem kaufen wir das N├Âtigste f├╝r ein Abendessen und ein Fr├╝hst├╝ck!

Dann fahren wir mit gemischten Gef├╝hlen zum Stellplatz, der an der M├╝ndung der Elde in die Elbe liegt.

Und sind positiv ├╝berrascht – er ist zwar sehr einfach ausgestattet, aber er liegt wundersch├Ân direkt am Wasser, und wir finden auch m├╝helos einen Platz mit einer sch├Ânen Aussicht.

Der Wasserstand ist erschreckend niedrig, die Schiffahrt auf der Elbe ist eingestellt.

 

Im Hafen, direkt neben dem SP, wurde aus alten Speichern recht geschickt ein modernes Hotel gebaut, in dem sich auch die Rezeption des SP befindet.

 

Den Pool des Hotels darf man kostenlos nutzen!

Das Restaurant sieht gepflegt und gut aus.

Die Boote im kleinen Hafen liegen alle mehr oder weniger auf dem Trockenen!

 

Beim Staziergang entdecken wir die beeindruckenden Reste der alten Elbbr├╝cke.

Die Elbbr├╝cke D├Âmitz war eine 986 Meter lange Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Elbe und geh├Ârte zu den l├Ąngsten Strombr├╝cken Deutschlands. Das teilzerst├Ârte Bauwerk liegt bei D├Âmitz und war Teil der Bahnstrecke von Wittenberge nach L├╝neburg.

Die Eisenbahn├╝berf├╝hrung wurde in den Jahren von 1871 bis 1873 als zweigleisige Br├╝cke errichtet. Sie bestand am westlichen Elbufer aus 16 Vorlandbr├╝cken mit St├╝tzweiten von je 33,9┬ám. Das Flussbett wurde mit vier Br├╝ckenfeldern bei St├╝tzweiten von je 67,8┬ám und mit einer Drehbr├╝cke mit 2├Ś18,2┬ám ├╝berspannt. Das ├Âstliche Vorland ├╝berbr├╝ckten weitere vier Br├╝cken bei St├╝tzweiten von je 33,9┬ám.

Der Berliner Ingenieur H├Ąseler plante das Bauwerk, das Br├╝ckenbauunternehmen HarkortÔÇÖsche Fabrik von Johann Caspar Harkort aus Duisburg errichtete es. Aufgrund der N├Ąhe zur Festung D├Âmitz wurden der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft folgende Bauauflagen erteilt, um die Br├╝cke gegen einen Elb├╝bertritt des Feindes verteidigen zu k├Ânnen: Die Elbbr├╝cke bei D├Âmitz darf h├Âchstens 2000 Schritt von der Zitadelle zu D├Âmitz entfernt sein und mu├č eine Drehbr├╝cke, ├Ąhnlich wie bei der Br├╝cke zu H├Ąmerten enthalten. Au├čerdem sind zwei Strompfeiler mit Demolierungsminen zu versehen und die beiderseitigen Zug├Ąnge der Br├╝cke durch tambourartige Abschl├╝sse mit Wachtblockh├Ąusern zu sichern.

Nach einem Luftangriff am 20. April 1945 st├╝rzte der ├Âstliche ├ťberbau vor der Drehbr├╝cke in die Elbe. Weil das Bauwerk die innerdeutsche Grenze querte, unterblieb ein Wiederaufbau. Im Jahr 1978 wurden aufgrund von Einsturzgefahr die verbliebenen drei Strombr├╝cken und deren Pfeiler abgerissen, 1988 folgte der ├Âstliche Abschnitt mit der Drehbr├╝cke und den zugeh├Ârigen Vorlandbr├╝cken. Heute existieren noch die 16 westlichen Vorlandbr├╝cken mit dem zugeh├Ârigen Br├╝ckenkopf; sie stehen unter Denkmalschutz.

Im Jahre 2009 wurde die Br├╝cke vom Eigent├╝mer, der Deutschen Bahn, meistbietend zum Verkauf angeboten. Die Versteigerung der Br├╝cke inklusive mehr als 70.000┬ám┬▓ Grundst├╝cksfl├Ąche fand am 10. April 2010 in Berlin statt, das Mindestgebot wurde vom Auktionshaus auf 19.800┬áEuro festgesetzt. Den Zuschlag erhielt ein niederl├Ąndisches Immobilienunternehmen f├╝r die Summe von 305.000┬áEuro.

Elbbr├╝cke D├Âmitz

 

 

 

Nach einem sch├Ânen Abemd und einer ruhigen Nacht fahren wir am n├Ąchsten Tag weiter Richtung M├╝ritz.

 

Mal ganz ehrlich…… wenn man hier so durch die D├Ârfer f├Ąhrt, hat man das Gef├╝hl, zeitweise in einem Film aus vergangenen Zeiten geraten oder von einer Zeitmaschine zur├╝ck (nicht in die Zukunft) versetzt worden zu sein!
Es sind nicht nur die riesigen Felder, oder die Apfelbaumalleen…….. irgendwie kann man es schlecht oder schwer in Worte fassen, man kan auch irgendwie nicht richtig den „Finger drauf legen“, aber es ist „anders“, anders als….. ja, als im Westen.

Wir fahren weiter Richtung M├╝ritz, und weiter im Reisebericht geht es hier