Locmariaquer

Tja, eigentlich gibt es zu Locmariaquer nicht zu schreiben, was ich nicht schon in meinen letzten Berichten geschrieben hatte! Es ist einfach nur schön dort!

Mittwoch, 3.9.

Sonne pur, 24 Grad – ein fauler Tag mit langen Spaziergängen und wunden FĂĽssen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 4.9.

Heute wollen wir nach dem FrĂĽhstĂĽck Rtg Carnac und weiter Rtg Quiberon, denn dort auf der Strecke gibt es einen Laden mit wunderbaren Wurstwaren.
Also Stromkabel ab und los – und nichts geht mehr! Die Räder buddeln sich im Sand der DĂĽne ein, es geht weder vorwärts noch rĂĽckwärts, wir stecken fest!
also buddeln als FrĂĽhsport – was aber auch nichts hilft.
Wo sind denn die praktischen Gummimatten fĂĽr solche „Grabungsarbeiten“? In den Tiefen des Womos verschwunden – wie immer, wenn man sie braucht!
Ein netter Nachbar mit einem PKW mit Vierradantrieb setzt sich vor uns, Schleppseil dran – und schwups, stehen wir wieder auf festen Boden!
Das erinnert mich an unseren Urlaub hier vor 2 Jahren – da haben wir einem netten Nachbarn Schlepperhilfe gegeben !

Es regnet immer mal wieder wie aus KĂĽbeln, und so beschlieĂźen wir, nach dem ĂĽppigen Wursteinkauf einfach auf dem CP zu faulenzen und vielleicht am frĂĽhen Nachmittag noch ein paar frische Austern von den Felsen zu holen.
AuĂźerdem will ich meiner Gesine die Haare noch auf Lockenwickler drehen – mal sehen , wie sie mit hĂĽbschen Locken aussieht!

Heute abend wollen wir dann im Restaurant des CPs essen gehen!

 

 

 

 

 

 

Die Locken sind echt schick geworden – so schick, dass wir das Foto später zuhause unserem Friseur gezeigt haben, der bis dahin absolut gegen Locken fĂĽr Gesine war. Und siehe da, er fand die Locken sehr gut und hat Gesine dann auch eine Dauerwelle gemacht!

Freitag, 5.9.

Es pustet gewaltig, und es pladdert heftig – brrrrrr – was fĂĽr ein Wetter!

 

 

 

 

 

 

Also ist einkaufen und bummeln angesagt.
Der neue Supermarkt „Mousquetaire“ am Kreisverkehr bei „LaTrinitĂ©“ ist nicht schlecht, und hat zwei ausgesprochen gut und groĂźzĂĽgig angelegte V/E-Anlagen! Zum Ăśbernachten lädt der Platz allerdings nicht ein!

 

 

Heute haben wir etwas nettes erlebt.
Im TouribĂĽro in Locmariaquer habe ich heute nach den Postern der Austerntage gefragt – die Austerntage finden hier jedes Jahr im August statt, und ich sammele die Plakate, die eine hiesige Aquarellmalerin zeichnet, seit Jahren. Dabei sah ich eine Werbung fĂĽr ein Buch, dessen Inhalt sich auf die hiesige Gegend bezieht, von hier handelt – so genau konnte ich das aber nicht lesen – falsche Brille.
Beim Bummel durch´s Dorf habe ich dann in der Buchhandlung nach diesem Buch gefragt – und siehe da, der Schriftsteller war zufällig gerade selbst anwesend, und als ich das Buch gekauft hatte, und ihn um eine Signatur bat, begann er zu strahlen! NatĂĽrlich bekam ich eine ganz persönliche Widmung in´s neue Buch geschrieben!

Leider ist das Buch , wie ich erst später bemerkte, kein leicht lesbarer Roman oder Krimi, sondern eine schwierige Abhandlung ĂĽber die vergangenen Epochen und ihre Auswirkung auf die Bretagne – fĂĽr mich nicht gerade UrlaubslektĂĽre !
Doch irgendwie hat mich das Autogramm und die ganze Situation gefreut – vielleicht auch, weil der Schriftsteller sich auch so sehr gefreut hat!

Unser „Nachbar“ auf dem CP hat einen groĂźen Schäferhund und zwei SchoĂźhĂĽndchen – ich amĂĽsiere mich immer wieder, mit welcher Engelsgeduld dieser Mann die Stoffhöhlen der HĂĽndchen gegen den gelegentlichen Regen und die Nässe des Bodens in eine PlastiktĂĽte hĂĽllt – nur um 5 Minuten später das gleiche noch mal zu versuchen, weil HĂĽndchen natĂĽrlich die Stoffhöhle aus der PlastiktĂĽte zottelt und auch noch das Handtuch aus der Höhle rauszerrt – es scheint ein Spiel zwischen den Beiden zu sein! Mal sehen, wer mehr Ausdauer hat!

Gegen Abend wird der starke Wind nun tatsächlich zum Sturm – allerdings regnet es nicht mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Nachbar hat ein groĂźes Zelt mit Vorzelt, und ĂĽber all dem eine riesige Plane – so ein bisschen nomadenhaft sieht die ganze Konstruktion schon aus!

In der anbrechenden Dämmerung sehe ich, wie sich so nach und nach die Plane „selbstständig “ macht – ob der Nachbar das nicht merkt? neee, merkt er nicht. Als es so langsam bedrohlich aussieht, laufen wir rĂĽber, um ihn zu warnen, doch er hört unser Rufen nicht – kein Wunder, bei dem Sturmgebraus!
Soll ich das Zelt öffnen – da ist ein riesiger Schäferhund drin?
Also habe ich ganz oben den Eingang des Vorzeltes ein wenig geöffnet, stand dann da, Auge in Auge mit dem Höllenhund , und brüllte den Mann an, er habe ein Problem. Er kam raus, guckte erschrocken seine drachenmäßige Zeltplane an, und begann hektisch, mit Hämmerchen und Heringen rumzuwühlen.
Ich fragte ihn, ob er Seil oder Tampen dabei habe – „Mais oui, la ficelle!“ !
Sprach´s, und kam wieder mit einer 1000m-Rolle Faden, mit dem meine Gesine vielleicht Rouladen einwickeln wĂĽrde ! „La ficelle!“
Also ist meine geistesgegenwärtige Gesine wie Rumpelstilzchen um das Zelt gewetzt und hat Zelt und Plane regelrecht in ein Spinnennetz aus Ficelle eingepackt – nur der Eingang war noch frei – und siehe da, es hat gehalten!
Seitdem hieĂź unser Nachbar bei uns natĂĽrlich nur noch Monsieur Ficelle !

Samstag, 6.9.

Es pustet immer noch ziemlich stark, doch es regnet nicht mehr, und so besuchen wir den Wochenmarkt in Locmariaquer – kein tagesfĂĽllendes Programm, bei ganzen 4 ( vier!) Marktständen!
Also fahren wir weiter nach Auray und bummeln dort ausführlich durch die Strassen und Gassen dieser schönen Stadt!

Es wird, trotz Sturm, ein schöner Tag!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abends machen wir dann noch eine sehr brauchbare Neuerfindung. Den „Klingelbeutel“!
Ein Stoffbeutelchen, in dem zwei Weibchen unseren Schmuck fĂĽr die Nacht aufbewahren – lächel!

Sonntag, 7. Sept.

Wochenmarkt in Carnac – ist ja klar!
Und toll wie immer!
Aber teuer, sehr, sehr teuer!

Wir finden sogar einen Parkplatz fĂĽr unsere rollende Villa – nicht unbedingt gesetzestreu, aber „französisch-praktisch“ – und wir stehen keinem im Weg!

 

 

 

 

Dieses Foto ist fĂĽr Karin und Heinz –
die beiden wissen schon, warum!

Wir fahren nach dem Markt noch ein wenig in der Gegend rum, etwas ziellos – und finden an einem Kreisverkehr Rtg Etel noch einen tollen Antikmarkt, und bei einer Turnhalle in Endeven einen Zwiebelmarkt mit lokalen Produkten , Obst und GemĂĽse.

Ein ruhiger frĂĽher Abend, ein langer Hundespaziergang, ein tolles Abendessen und eine feine Flasche Wein setzen diesem Tag die Krone auf!

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 8. Sept.

Diesen wundervollen Spätsommertag genießen wir am Strand und bei langen Hundespaziergängen!

Allerdings haben wir noch ein nettes Erlebnis beim kurzen Einkauf im naheliegenden Supermarkt, wo wir seit Jahren das täglich Notwendige einkaufen, wenn wir in der Gegend sind.
Die Madame dort ist bestimmt schon fast 80 Jahre alt – sie hat uns mal erzählt, wie sie als junges Mädchen mit den deutschen Besatzungssoldaten geflirtet hat – aber sie ist topfit und „schmeiĂźt“ den Laden mit viel Elan!
Während wir einkaufen, kommt sie an uns vorbei und grĂĽsst so nebenbei: „B´jour mes dames!“
Sie geht weiter, stutzt, guckt zu uns zurĂĽck, geht einmal noch durch den Laden, um noch einmal von vorne an uns vorbei zu gehen und uns zu betrachten – wie gesagt, sie kennt uns von frĂĽher. Plötzlich lächelt sie, nickt zustimmend mehrere Male – und geht weiter! Sie hat uns wiedererkannt, und sie fand es offensichtlich gut, wie sich meine Gesine verändert hat!