Lorraine,Elsass

Wir fahren heute erst mal von Montargis-Courtenay weiter bis Auxerre , auf Landstraßen nach Chablis – Tonnerre-Chatillon-sur-Seine.
Bei Chablis sehen wir endlich Weinberge, so, wie wir sie uns vorstellen: an steilen HĂ€ngen.

Irgendwann stellt sich uns die Frage, ob wir nach Langres die schnellere , wenn auch weitere Schnellstraßen- und Autobahnroute nehmen, oder quer durch die Berge kurven, und da es ein wirklich schöner, sonniger Tag ist, fahren wir die Bergstrecke.
Eine schöne Tour!
In Langres, das uns sehr beeindruckt, finden wir auch gleich den Campingplatz, aber oje, da hat es wohl in den letzten Tagen viel geregnet, der Platz ist nass, und wir sehen zwei hollÀndische Gespanne, die sich gerade gegenseitig aus der Matsche ziehen.
Wenn die Wowas sich da schon einbuddeln, was macht dann erst unser Dickschiff? Ne, das riskieren wir lieber nicht !

Also verlassen wir die Stadt mit leichtem bedauern, und fahren an den Campingplatz am nahe gelegenen Lac de la Liez.
Naja, nicht unser „Ding“: teuer, reglementiert, organisiert, und kein Blick auf den See, sondern nur entweder auf andre Camper oder auf Hecken! Die StellplĂ€tze sind eng und klein, und man fĂŒhlt sich beengt und bedrĂ€ngt.
Uns erscheint der Platz auch sehr laut, dauernd kommt oder geht jemand, redet mit den Nachbarn, hört Musik ….. das kennen wir von den bisherigen PlĂ€tzen nicht, wo doch immer ein weiter Abstand zu anderen Campern war! Einen direkten Nachbarn, so richtig fast TĂŒr an TĂŒr – der dann mit einem Glas Wein rĂŒbergrĂŒĂŸt – so was kennen wir seit Calais nicht mehr! NatĂŒrlich grĂŒĂŸen wir freundlich zurĂŒck, aber irgendwie ist uns das entschieden zu eng!

Und dafĂŒr zahlen wir 28 Euro – das ist Wucher.

SpĂ€ter entdecken wir dann, dass der CP Womo-StellplĂ€tze vor der Einfahrt anbietet, mit V/E und Strom – da hĂ€tten wir besser und billiger und nicht so beengt stehen können!

Aber ein „*“ bekommt der Platz erst mal doch: beim Spaziergang mit den Hunden finde ich Mistelzweige fĂŒr die Weihnachtsdekoration!

(Leider merke ich spĂ€ter, dass auch die nichts taugen ….. sie zerfallen auf dem Transport !)

Da uns die Preise im Restaurant ebenfalls sehr hoch erscheinen, kochen wir mal wieder selbst!

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 15.9.

Wir fahren schon vor dem FrĂŒhstĂŒck ab, und frĂŒhstĂŒcken auf einem schönen Parkplatz am See, wo uns die aufsteigende Sonne das Womo wĂ€rmt.

Danach wollen wir rasch einkaufen, doch der „Leclerque-Supermarkt“ ist, wie viele ParkplĂ€tze der SupermĂ€rkte hier, auf 2 m abgeschrankt. Allerdings findet man immer eine „HintertĂŒr“ – in diesem Falle durch die gesonderte Tankstelleneinfahrt! Gelegentlich muss man auch ĂŒber die Lieferanteneinfahrt auf den Parkplatz fahren!

ZĂŒgig fahren wir dann in die Lorraine, nach Langatte bei Sarrebourg , ins Land der Ètangs“ östlich von Nancy.

 

 

CP “ La Tour du Stock“
20 Euro all incl – auch inclusive Blick auf den „Ăštang“!

Es ist nur leicht bewölkt, doch der Wind ist kalt !

 

 

 

 

 

 

 

Trotzdem machen wir noch einen wundervollen, langen Hundespaziergang am Ufer und bewundern die Angelstege!

 

 

 

 

Irgendwann kommen wir an ein halb verfallenes SchleusenhĂ€uschen, das uns schon beim letzten Besuch hier so gut gefallen hat – vor allem die kleinen Details wie

das Außenklo , das wie ein Schwalbennest ĂŒber dem Ètang hĂ€ngt…….

 

 

 

 

 

 

………und die hĂŒbschen Halterungen fĂŒr die inzwischen fast weggegammelten KlapplĂ€den vor den glaslosen Fenstern.

 

 

 

 

 

 

Aber auch am Wegesrand blĂŒht so manch eine verborgene Schönheit!

 

 

 

 

Dienstag, 16.9.

Da der BĂ€cker, der den CP beliefert, Urlaub macht, mĂŒssen wir uns das Baquette wohl selbst besorgen und fahren frĂŒh schon nach Sarreboug in den schönen Supermarkt.  Dort angekommen, mĂŒssen wir mal wieder den Schleichweg ĂŒber die Tanke nehmen – die offizielle Parkplatzeinfahrt ist abgeschrankt.
NatĂŒrlich kaufen wir nun gleich fĂŒr den ganzen Tag ein, und fahren dann weiter nach Gondreange, wo wir an einem kleinen Ètang frĂŒhstĂŒcken.
Dort schauen wir uns auch den CP rasch an – ach neee, wir bleiben lieber in Langatte !

 

 

DafĂŒr finden wir nur ein paar Kilometer weiter in Rhodes einen durchaus annehmbaren Stellplatz fĂŒr Womos im Jachthafen – Womo,Strom,V/E,2 Personen 13 Euro.
Nicht schlecht, doch erst mal fahren wir weiter in den Foret de Romersberg und machen einen schönen Spaziergang im Sonnenschein im herbstlich gefÀrbten Wald.

Hier in France ist es gar nicht so leicht, einen Parkplatz im Wald zu finden – WanderparkplĂ€tze, wie es sie bei uns in jedem grĂ¶ĂŸeren WaldstĂŒck gibt, sind hier nicht zu finden, aber bei einem „Maison de Foret“, einem Waldarbeiterhaus, finden wir eine Möglichkeit, das Womo fĂŒr eine Stunde abzustellen und spazieren zu gehen.

 

 

Irgendwo im Wald entdecke ich etwas seltsames – eingewachsen in die dicken BĂ€ume …. was ist das nur? Ob das dazu gedient hat, Werkzeug und SĂ€gen aufzuhĂ€ngen? Und ist es dort vergessen worden?

 

 

Der Spaziergang ist wunderschön!

 

 

 

 

 

Bei einer Tasse Kaffee beraten wir, was wir mit dem noch jungen Tag anfangen sollen.
Da fĂ€llt uns ein Prospekt in die HĂ€nde von einer Ausstellung namens „Du Coeur Ă  lÂŽouvrage“ ….. irgendwas mit Holz ………………nicht weit weg ……..fahren wir mal hin!

Eine Ausstellung, die von 200 jungen Zimmerleuten und Schreinern, Tischlern und Schnitzern zusammengestellt wurde, 2004 in Paris prÀsentiert wurde und seitdem in Marseille, Nizza und Bordeaux gezeigt wurde, und die nun aus irgendeinem dummen Zufall in einer Fabrikhalle in einem Viertausend-Seelen-Dorf im Ètang-Land gelandet ist!

Ob das was taugt?????

Aber ja doch!
Eine großartige Ausstellung, die uns hervorragend gefallen hat – und das nicht nur, weil der Eintritt kostenlos war!

Lustig: am Eingang saß ein junger Mann hinter einem Tresen, der wohl merkte, dass wir Deutsche waren. Er fragte auf französisch, ob wir gerne eine Beschreibung auf Deutsch hĂ€tten. Ich sagte, ja gerne, weil ma femme ( meine Frau ) ne parle pas francais!
Ich hörte richtig sein Kinn auf dem Tresen aufschlagen – ihm stand der Mund noch lange offen!

Der erste Teil der Ausstellung zeigte

 

die unterschiedlichen Holzsorten, die Orte, von denen das Holz kommt, die Trockenmethoden und SÀgemöglichkeiten.

Auch das unterschiedliche Gewicht der Holzsorten wurde durch 1 Kilo schwere, aber natĂŒrlich sehr unterschiedlich große , wie Waagen-Gewichte geformte Holzteile sehr schön dargestellt.
Umgekehrt hatten sie 10X10 cm große Blöcke der unterschiedlichsten Hölzer – der eine war federleicht, den anderen konnte man kaum noch heben!

Der zweite Teil der Ausstellung zeigte an vielen, zum Teil humorvollen AusstellungsstĂŒcken, mit welchen. In der nĂ€chsten Halle wurde dann gezeigt, was man aus Holz alles machen kann, und es wurden zum Teil sehr schön die einzelnen Schritte erklĂ€rt.

 

Ganz deutlich wurde das bei einer HolztĂŒr. Neben der fertigen TĂŒr hingen gesĂ€gte Bretter, und auf diesen Brettern war notiert, welches Teil der TĂŒr das einmal wird !

Vieles war einfach Kunst , um die VielfÀltigkeit von Holz zu zeigen.

Auch Werkzeug und Maschinen wurden erklÀrt, und die verschiedenen Bearbeitungsarten:

Leimen, lackieren ( mit „vorher/hinterher“ ), und vieles mehr – sehr anschaulich und verstĂ€ndlich.

Der vierte und letzte Teil befasste sich mit den verschiedenen Stilrichtungen und Holzverarbeitungen ĂŒber die Jahrhunderte hinweg – von „anno Tobacco“ bis IKEA !

  • die unterschiedlichen Holzsorten: jeder mannsgrosse Bleistift ist aus einer anderen Holzart

Eine sehr schöne Ausstellung – die Bilder können wirklich nur Bruchteile der vielen EindrĂŒcke wiedergeben!

 

 

 

 

 

 

 

 

Langsam wird es Abend ….. und wir haben Hunger!

 

 

 

 

Heute war es den ganzen Tag sonnig, doch der Wind war kalt. Heute abend schlief der Wind ein, bei 14 Grad.

 

 

Mittwoch, 17.9.

Och mann , manchmal liest man schon reichlich komische Übersetzungen!
In einem Heft fand ich heute das Rezept eines französischen Chefkochs, der als Vorspeise eine
„Foie Grasschnitte“ empfahl …….. wie bitte kann man Gras in Schnitten schneiden?

Heute sind wir nach langem Hundespaziergang und ausfĂŒhrlichem Faulenzen erst spĂ€t, fast schon gegen Mittag, losgefahren in die Berge, nach VallĂ©rystal zu den Cristalleries, den GlasblĂ€sereien.

Bei strahlendem Sonnenschein ist das eine wunderschöne Fahrt durch den jetzt herbstlich bunten Wald , und auch die beiden Wuffels konnten bei einem schönen Spaziergang ausgiebig im Laub buddeln!

 

 

 

Die Cristalleries de VallĂ©rystal sehen von außen aus wie ein verkommenes, leerstehendes FabrikgebĂ€ude, doch das „magasin“, die Verkaufsausstellung, bietet wirklich außerordentlich schöne GlĂ€ser und Karaffen, aber auch KunstgegenstĂ€nde, Vasen und DekorgegenstĂ€nde an , zu durchaus bezahlbaren Preisen, vor allem, wenn man die auslaufenden Modelle des Vorjahres wĂ€hlt oder die 2. Wahl mit kleinen, fĂŒr den Laien unsichtbaren Schönheitsfehlern.
Nur ein Beispiel: 6 wundervolle Sektkelche ….. zu 54 Euro ….. da kann man nicht allzuviel meckern!
Also, nicht billig, aber „preiswert“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Das gleiche gilt auch fĂŒr die Faience de Niderviller, nur wenige Kilometer entfernt – gute Ware zu bezahlbaren Preisen – in einem alten Prachtbau, aber ĂŒberwuchert und renovierungsbedĂŒrftig findet man eine liebevoll gestalteten Ausstellung von wundervoll bemaltem Geschirr!

 

 

 

 

 

Ob der alte Brennofen noch in Betrieb ist?

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zurĂŒck fanden wir in Sarrebourg einen Markt namens „Gifi“ – das ist eine ganze Ladenkette, die Deco, Gardinen, Kissen, BettwĂ€sche , halt alles, was ein Zuhause gemĂŒtlich macht, anbietet – fantastisch!

Nach einem Einkauf im Supermarkt sind wir am spĂ€ten Nachmittag wieder auf dem CP und genießen die ruhigen Stunden im „kleinen Zuhause“!

 

 

 

 

 

 

 

Juma ist zwar mĂŒde, fragt sich aber dennoch, was es heute wohl zu essen geben wird!

 

 

 

 

 

hmmmmmmmm – lecker!

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 18.9.

Ach so, ja,
nun sind wir im Elsass, in Obernai auf dem CP!

Nach einer kurzen Fahrt sind wir am frĂŒhen Nachmittag hier angekommen – und das war gut so, denn als wir gegen 17 Uhr vom Spaziergang zurĂŒckkamen, stand ein Schild an der Rezeption:

„Kein Platz mehr frei fĂŒr Wohnmobile“

Nachmittags scheint noch die Sonne, und es ist deutlich wĂ€rmer als in Langatte – man kann wieder mit leichter Jacke loslaufen!

 

Gegen Abend beginnt es zu regnen ….. egal, wir hatten wenig Regen auf der ganzen Reise, und so macht uns das heute abend nichts aus!

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 19.September

….. und die Sonne scheint wieder !

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier hat die Weinlese begonnen, und immer wieder tuckern Traktoren mit AnhĂ€ngern, beladen mit gelben oder grĂŒnen Tonnen, in die Weinberge .
Auch beim Hundespaziergang bewundern wir die dicken, reifen Trauben am Wegesrand.

 

 

 

 

 

Es ist ĂŒberhaupt fantastisch, was hier gerade so alles reif ist !

Riesige WalnussbĂ€ume ĂŒberschĂŒtten uns bei jedem Windhauch mit reifen NĂŒssen – wie jeder SpaziergĂ€nger hier schleppen auch wir schon bald eine große TĂŒte wundervoller NĂŒsse mit uns rum!

 

 

 

Auch der Mais ist reif – aber das ist leider Futtermais, der sieht nur schön aus, aber er schmeckt nicht gut!

 

 

 

 

 

 

Und die ApfelbĂ€ume hĂ€ngen voll – Maja frisst begeistert einen Apfel nach dem anderen!

 

 

 

 

 

 

 

 

Und was ist das? Ein Spaghettibaum! Da kann man wohl in ein paar Tagen reife Spaghetti ernten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und unter den BĂ€umen im Gras blĂŒhen die Herbstzeitlosen!

 

 

 

Wir fahren nach Rosheim, ins NachbarstÀdtchen zum Wochenmarkt.

Das entzĂŒckende StĂ€dtchen ist vernĂŒnftigerweise abgeschrankt, und die direkte Durchfahrt ist heute auch fĂŒr PKW gesperrt, wegen des Marktes.

Wir parken außerhalb der Stadtmauern und bummeln zu Fuß durch die Gassen, deren schöne alte HĂ€user uns gut gefallen.

 

 

 

Vor allem der reiche Blumenschmuck und die dekorativen KĂŒrbisse gefallen uns gut !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Markt bietet nichts weltbewegendes – ein paar StĂ€nde mit
Kleidung, ein wenig Obst, ein bisschen KĂ€se …. aber hier bekommen wir das Sauerkraut, das meine Gesine sich seit Tagen wĂŒnscht!

 

 

 

 

 

Und Baeckeoffe – mal sehen, was das ist !

 

 

 

 

Die Mittagszeit verbringen wir im Womo bzw machen noch einen schönen Spaziergang in die Wiesen und WÀlder der Umgebung, und nachmittags laufen wir nach Obernai hinein und bummeln dort mal durch die Gassen.

Ein SchuhgeschĂ€ft hatte diese entzĂŒckende Reklame fĂŒr Kinderschuhe im Schaufenster!

 

 

 

 

 

Was es heute zu essen gibt? Sagte ich doch schon!

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 20.September

Eigentlich wollten wir einkaufen und danach ins Flusstal der Ill, das als besonders schön und landschaftlich einmalig gilt, doch meine Gesine hat sich erkÀltet und schnieft und schnauft.
Also fahren wir nur in einen Supermarkt, kaufen das Nötigste fĂŒr dieses Wochenende ein, und fahren zurĂŒck auf den CP.

Dort im Womo und auf kleinen SpaziergÀngen hat meine Gesine Zeit, den Schnupfen auszukurieren!

 

 

 

 

 

 

 

Heute abend haben wir trotz offener TĂŒr und offenen Fenstern 34 Grad im Womo!
(kein Wunder, denn meine kleine Juma liegt auf dem TemperaturfĂŒhler)

Aber auch ohne JĂŒmiÂŽs Hilfe sind es noch 22 Grad hier drin!

Sonntag, 21.Sept.

Seit unserer Ankunft amĂŒsieren wir uns ĂŒber einen Smart, der oft zwischen zwei Wohnmobilen geparkt ist – es sieht so ein bisschen aus wie Mama, Papa und Kind!

Zu wem gehört der Zwerg wohl …… keiner hat einen AnhĂ€nger oder eine große Heckgarage!

 

 

Heute morgen löst sich das RĂ€tsel: Smartie bekommt eine Deichsel und eine Auflaufbremse verpasst, und wird dann an das große englische Wohnmobil angehĂ€ngt – praktisch !

Das ganze geht ziemlich schnell, und schon bald ist das „Gespann“ verschwunden.

 

Und auch wir sind bald abfahrtklar und fahren ĂŒber Offenburg durch den Schwarzwald nach TĂŒbingen!