Hund und Katz

Liebe Freunde,
bei uns tut sich einiges!
Gesine ist nun entgĂŒltig den Tropf los und hat damit einiges an Freiheit gewonnen. Sie darf auch nach Wunsch aufstehen, allerdings bisher nur in Begleitung, und sie hat gestern abend am Tisch sitzend zu Abend gegessen. NatĂŒrlich sass sie auf einem „Schwimmring“, aber immerhin aufrecht und glĂŒcksstrahlend.
Heute war der Onkel Doktor wieder sehr zufrieden und hat die Entlassung fĂŒr morgen angekĂŒndigt.
Wir werden froh sein, ins Hotel zu kommen und wieder unseren eigenen Rythmus leben zu können!
So lieb und nett und freundlich die Schwestern hier sind…… nach einiger Zeit und in diesen Mengen sind sie lĂ€stig wie FilzlĂ€use! Lach!

So, und nun zum heutigen0
„Blickwinken auf Chon Buri“ – Hund und Katz- Haustiere?

Wenn man hier durch die Strassen und Gassen geht oder fĂ€hrt, fallen einem sofort die vielen, vielen Hunde auf, die ĂŒberall herumlungern. Sie sind in den allermeisten FĂ€llen der Rasse „Senfhund“ ( jeder hat seinen Senf dazu gegeben ) oder Lastrami ( Landstrassenmischung) zuzuordnen, mittelgross, schlank, aber durchaus gut ernĂ€hrt, mit einem schmalen Gesicht und meist sehr schönen Augen. Diese Hunde sind ausgesprochen friedlich, sowohl zu Menschen, wie auch untereinander.
Sie haben ein glattes, kurzes Fell, das in allen Braun- und Beigetönen vorkommt, und gelegentlich prunkt mal einer der Wuffels mit einem langhaarigen Schwanz. Langhaarhunde sieht man selten.

Da der Buddhismus , die hier vorherrschende Religion, fordert, auch die Tiere zu achten, werden diese Hunde recht gut behandelt und zum Teil auch von den Mönchen versorgt. Da aber Massenkastrationen nicht ĂŒblich sind, vermehren sich diese Hunde, und es gibt wirklich Unmengen davon. Durch die vielen GarkĂŒchen und Minirestaurants fallen auch genug AbfĂ€lle an, an Hunger stirbt hier keiner!

Viele Hunde werden auch als Familienhunde gehalten und sehr gut behandelt.

Die weniger reichen Familien suchen sich halt aus einem Wurf Lastramis einen Welpen aus, die reicheren Familien wĂ€hlen „Taschenratten“, Kleinsthunde, oder , wie unser Herr Doktor hier, champagnerfarbene Zwergpudel…….. halt dem Stand (oder dem Geldbeutel) entsprechende Edelrassen.

Wir haben einen Hund gesehen – ausnahmsweise mal sogar ein ziemlich rundliches Exemplar, dem Kinder fröhlich Augenbrauen mit einem Augenbrauenstift gemalt haben …….der Hund liess es sich gerne gefallen – es tat ja nicht weh und schadete ihm ja auch nicht …….. und die Kinder waren richtig lieb dabei zu ihm und kuschelten und lachten mit dem Hund.

Viele der HĂŒndchen sind erfahrene Beifahrer auf den MotorrĂ€dern und können hinten auf dem Sitz hinter dem Fahrer perfekt die Balance halten. Ein Wuschelwuffelchen vorne im Körbchen am Lenker, ein Knuffel hinten auf dem Sitz ………. leider war ich mit der Kamera nicht schnell genug!
Die Strassenhunde sind auch ausgesprochen versierte Verkehrsteilnehmer und kennen meiner Meinung nach sogar die Bedeutung roter oder grĂŒner Ampeln. Was sie nicht kennen, ist Hast und Hektik, und deshalb gehen Begegnungen zwischen Hunden und Zwei- oder VierrĂ€dern meist unfallfrei vonstatten. Auch die menschlichen Verkehrsteilnehmer sehen die „Viecher“ gelassen, man wartet eben, bis der Hund am Bordstein ist, oder man fĂ€hrt schlicht drumrum…….. alles ohne böse Worte oder Stress fĂŒr alle Beteiligten.
Manchmal fragt man sich so als Newcomer: das kann doch nicht gutgehen …. doch, es geht gut!
Katzen – sieht man hier nicht sooooo viele. Vielleicht, weil es zu viele Hunde gibt?
Tja, die berĂŒhmte Siamkatze ……… Thailand hiess ja frĂŒher Siam, und es gibt viele Legenden, wie die Rasse der Siamkatze entstanden ist.
Man weiss jedoch mit Sicherheit, dass die Rasse ĂŒber 100 Jahre alt ist.
Eine recht stĂ€mmige, rundgesichtige, robuste, schöne Katze war das, bis in den 70er Jahren die ZĂŒchter immer mehr auf den schlanken, schmalköpfigen Typ zĂŒchteten, und die, die noch den Originaltyp favorisierten, keine anstĂ€ndigen Bewertungen mehr bekamen.
Irgendwann wurde der „Alte Typ“ aus den ZuchtbĂŒchern genommen, nur einige wenige Liebhaber zĂŒchteten ohne Papiere weiter.
Erst 1995 wurde der „alte Typ“ wieder als eigenstĂ€ndige Rasse in die offiziellen ZuchtbĂŒcher aufgenommen.

Okay, soweit ein „Ausflug“ in mein Lieblingsthema, das „fĂŒr und wider“ der Zuchtmethoden und -ziele!

Aber auch die wenigen Katzen, die man hier sieht, sehen gut aus und haben ein    glÀnzendes Fell und klare Augen!

Andere Tiere ……. nun ja, es gibt hier mehrere Zoos mit Elefanten und Krokodilen und Tigern ….. aber die zĂ€hlen ja nicht unter Haustiere!

Und was die Menschen in den HĂ€usern halten………. MĂ€use, Ratten, Spinnen, Kakerlaken….ich weiss es einfach nicht!

Aber meine Tochter erzÀhlte mir, auf den MÀrkten, die wir noch nicht besuchen konnten, weil gesine halt noch nicht gehfÀhig ist, könnte ein Aquarianer ganz viele bunte Nemo-Fischlein und auch das entsprechende Zubehör finden

GeschĂ€fte fĂŒr Tierbedarf ……. nun, da habe ich heute einen entsprechenden Laden mit Körbchen, Leinen etc gesehen. Der Laden erschien mir recht gross, aber das Sortiment kenne ich nicht.

In Chon Buri gibt es laut Telefonbuch 4 Tierkliniken, und Pattaya weisst zumindest zwei mobile Tierkliniken auf.
TierĂ€rzte habe ich hier nicht gefunden, aber die findet man fĂŒr Humanmedizin auch nicht – wer einen Dr.med oder Dr.vet hat, macht gleich eine Klinik auf. So was wie eine schlichte „Praxis“ findet man hier gar nicht oder sehr selten. „Klinik“ klingt doch auch viel besser als „Praxis“!
Allerdings denke ich mir, dass nur die Wohlhabenden sich einen TA leisten können, ansonsten werden die Tiere wohl mit Hausmittel oder chinesischer Medizin kuriert (oder gar nicht).

So, liebe Freunde, dies war mal wieder mein „Blickwinkel“!
Denkt bitte immer daran: ich schreibe subjektiv ĂŒber das, was ich sehe……….dies ist kein objektiver ReisefĂŒhrer!