Raus aus der Stadt

Wir beide sind ja nun mal echte Landeier, und leben nun seit 3 Wochen hier in einer nichttouristischen, boomenden, ständig wachsenden Grossstadt. Und wir fĂĽhlen uns ein wenig beengt, eingesperrt…! Wir brauchen mal Land, Landschaft……..! Diese Stadt scheint nie zu enden, wenn man nach SĂĽden der grossen Hauptstrasse, der Sukhumvit, die in Bangkok beginnt, folgt. Sie geht bis Pattaya, und noch weiter nach SĂĽden……..folgt immer der KĂĽstenlinie, und verbleibt in der KĂĽstenebene. Nach Osten hin sind Berge sichtbar. Nicht sehr hoch, so kleineres Mittelgebirge, wĂĽrde ich sagen. Aber mit Wald. Bäumen. Wir wollen da hin. Raus aus der Stadt. Also im Hotel mal geguckt – dort gibt es eine Mappe mit Ausflugszielen. Nicht sehr ĂĽppig, nicht sehr informativ – ist halt ein Konferenzhotel in einer Industriestadt und kein Touri-Paradies!
Halt mal, da in den Bergen gibt es einen Wasserfall und ein Reservoir, einen Stausee- das Bang Phra Reservoir und den Chan Ta Then Waterfall. Da wollen wir hin. Wir fragen in der Klinik……:“No, that´s to far, 120 km , too far!“ Wir fragen Freund Gurgel: „23 km“ . Not so far!

Wir bestellen uns in der Klinik ein Taxi und machen klar, dass wir das rote Taxi mit dem Fahrer namens Lucky haben wollen, der ein bisschen englisch spricht – macht die Verständigung doch leichter, ausserdem ist er sympatisch und nicht so schleimig wie der , den wir beim letzten Ausflug erwischt haben! Hier gibt´s, wie ĂĽberall, solche und solche………. also lieber Lucky. Lucky fährt uns erst mal ins BigC , einem grossen Einkaufszentrum, weil meine Kamera nur noch unter Androhung von Schlägen funktioniert – Sand im Getriebe. Also hole ich mir erst mal fĂĽr 150 Teuronen eine kleine, feine Kamera ( fragt mich nicht, Gesine hat sie mir ausgesucht).

Danach wollen wir zum Wasserfall. „Okay, but don´t you want to go to the zoo? see the tigers? And the dancing elefants?“ Nein, zum Reservoir und dem Wasserfall. „or to the island, with little boats, cost only 50 bahts?“ Nein, zum Wasserfall. Okay, er fährt los. Nach und nach werden die Häuserzeilen dĂĽnner, die Anwesen kleiner – manchmal auch feiner -, die Landschaft deutlich hĂĽgeliger. Viele Golfclubs fallen uns auf, und die Landschaft ist so ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte. Ich hatte an Dschungel gedacht, an Affen, die an Lianen schaukeln……………. und diese Landschaft war eher ……dröge.

Ziemlich trockene Bäume, auf keinen Fall Dschungel, Bananenplantagen, mit Gummibäumen als Sonnenschutz……….aber alles erstaunlich trocken, staubig. Affen – ja klar, genau die gleiche Rasse wie auf dem Affenfelsen. Und genau so frech! Am Reservoir vorbei…… da stehen Angler am Ufer, paddeln in Booten auf dem Stausee rum, liegen Menschen unter improvisierten Sonnendächern am Ufer. Alles ist dreckig…. MĂĽll, Abfälle…………neee, nicht wirklich der Platz, wo wir die im Supermarkt gekaufte Durian verspeisen wollen, auch wenn diese, obwohl im Kofferaum in zwei ineinander gestĂĽlpten PlastiktĂĽten verpackt, schon den ganzen Wagen mit ihrem unverkennbaren Duft nach…. nu ja, “ vier Wochen lang im Intimbereich ungewaschener Weiblichkeit “ durchzieht! „BrĂĽnftiges Fischweib in den Tropen“ ……oder so!

„Don´t you want to go to the zoo, there are crocodiles!“ ……..“No!“ Nun hat er sich auch noch verfahren, was uns beiden, da wir die Strassenschilder gelesen hatten, ziemlich klar war! Okay, irgendwann waren wir dann am Eingang zum Wasserfall, am Parkplatz. Von hier an mĂĽssen wir ein wenig laufen. Da der Fahrer aber weiss, dass diese Damen mit den wunderlichen Sitzkissen, auch Fanny Pads genannt, nicht soooooo viel laufen können, möchte er noch ein bisschen weiter reinfahren und bittet den Wächter am Tor, dass er auf den innen gelegenen Parking fahren kann.

Ja, okay, meint der Wächter…….. das Problem ist nur, was wollen wir denn da? Der Wasserfall fĂĽhrt kein Wasser – remember – es ist Trockenzeit! Ups1

„Okay, maybe you want to go to the zoo……or to the island?“ Nein! Aber vielleicht können wir auf der RĂĽckfahrt in den Schmetterlingspark gehen – doch auch mal was ganz feines – Butterflies! „Closed“ …. Frust!

„You want to go to the z………….?“ Nein, nun wollen wir nach Ang Sila, dem Fischerhafen, um unser spätes Mittagessen einzukaufen. Schon klar. Ist auch okay, Aber „Don´t you want to go to the zoo?“ Nein, nach Ang Sila.

Wir haben den Wagen nach Zeit, und nicht nach Kilometern gemietet! Das ist hier so ĂĽblich! Ausserdem sind uns so ein paar Baht nun wirklich ziemlich „zoo“ …. ach nee, „wurscht“ Nun, der Fahrer hatte es nun wirklich kapiert, dass wir sturer waren als er, und er hat uns ĂĽber Ang Sila, wo wir wundervolle gegrillte Tintenfische und KrakenstĂĽcke zum späten Mittagessen eingekauft haben, noch ĂĽber nette kleine Umwege und mit viel Erklärungen ĂĽber die Gegend wieder ins Hotel gebracht!

Ach ja, und die stinkende Durian haben wir auf einer Parkbank am Strand gegessen. Sie schmeckt absolut nicht, wie sie riecht…. eigentlich sogar sehr lecker! Den einen der 4 grossen Kerne habe ich in eine PlastiktĂĽte eingewickelt, ins Hotel mitgenommen, Ich dachte, ich könnte ihn reinigen und trocknen und nach Hause mitnehmen zwecks Aussaatversuch ……………. neeeee, das lasse ich mal lieber, selbst der sauber geputzte Kern stinkt intensiv und raumfĂĽllend wie …. siehe oben! Es war ein netter Ausflug, wir haben viel gesehen, zwar nicht den „zoo“ und die „dancing elephants“, aber Land und Leute, Landschaft und Umgebung!

Und unser Fahrer – nun, zum einen haben wir ihm beibringen können, dass wir voll zufrieden waren, mal Landschaft gesehen zu haben. Und das Trinkgeld hat ihn nun wiederum davon ĂĽberzeugt, dass diese Western Ladies gut bezahlen. Auch wenn sie sich nicht in den Zoo oder auf die Insel verfrachten lassen.

.

 

Das ist nämlich fĂĽr ihn das gewinnbringendste: kurze Wege, lange Wartezeiten, in denen kein Benzin verbraucht wird. Wer drei Stunden vor einem Zoo im Schatten auf Fahrgäste wartet, hat keine Unkosten – und wird fĂĽr die Wartezeit sogar noch bezahlt!

Aber es war wirklich ein toller Tag!